21
selbst untergehen. LÄi'örn und Druckeeschwälze allein voll-bringen das freilich nicht, sondern wie Gntenberg einst durchden Verein des Genius und der Kunstfertigkeit diesen Johan.'niStaz heraufgeführt hat, also muß auch das, durch seineund unsere Zeitgenossen fortgebildcle Gewerk, in seiner Ehr/varkeit und Emsigkeit verbündet bleiben mit der freien Herr.'lichkeit des Genius und der Wissenschaft. Daher tragen wirin diesem Festjug als höchsten Ehrenschmuck das Buch derBücher, die heilige Schrift, die durch die Buchdruckerkunstauch in die Hand der Armen, und in hundert Zungen in;;rer die fernsten Völker gelangt ist. Das ist unser Stolz,das, unsere zunfrgcmaße Kunst ein Trager, eine Wehr undWaffe des Geistes ist, und deshalb begeht diese allberühnueStadt, der Heerd des deutschen Buchhandels, unser Fest alsein eignes hohes Fest, als ein großes deutsches Volksfest.Denn in der alten deutschen Stadt ScraSburg ist unsere, Kunst ersonnen, und in der ehrenfesten Stadt deutscher Na-tion , in Mainz , zuerst geübt worden. Die ahnungsvolleSehnsucht eines deutschen Gemüthes, und der deutsche Ernst,der iu unermüdlichem Fleiße Gut und Nebelt an einen Ge-danken setzt, hat dazu gehört, um, die Bitterkeit vergeblicher- Hoffnungen, der Armnth und des Undanks überwindend, denheiligen Schatz zu heben. Vor Allem, wie Gntenberg esselbst ansah, die Gütigkcit Gottes hat die deutsche Nationmit diesem freien Gnadengeschenk andern Völkern vorzuziehengewürdigt. Und unser Volk hat sich von Alters her am beistimmtcsten als ein eignes, welthistorisches Volk gefühlt, imAndenken der großen Menschen, die eS ans seinem Volks-gciste hervorgebracht, und im neidlosen Genusse der Seg-nungcn, die es über die Völker der Erde verbreitet hat. Duaber, Allmächtiger, der du jedem Volke seine Bestimmungzngctheilt hast, laß unser Jubelfest der Vuchdruckerkunst direin Dankfest sein für die hehre Gabe, und hilf du selber,daß sie forthin durch menschliche Willkür weder gemißbrancht,noch verkümmert werde. Ein Jubelfest ist auch ein. Ausruhen