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Segnungen, welche die Erfindung derBnchdrnckerknnst überdie Menschheit gebracht, an den Tag legen sollten. Vvr-mittags um halb l I Uhr fand eine sehr sinnige Feier deöFestes im Schauspielhause statt, wo mau eine „Theater-schau von Erfindung der Buchdruckerkunst an bis auf dieneuesten Zeiten" veranstaltet halte; sie bestand in siebenStücken und Scenen aus den Werken der vorzüglichstendeutschen Dichter: I) „Des Turcken Faßnnachtspiel", vonHans Schnepperer, genannt Rvsenplüt, geschrieben um1450; 2) „DeS Bawern knecht wil zwo Frawen han",einem Faßnachtsviel von Hans Sachs , geschrieben 1551;
3) „Absurde conioedia oder Herr Peter ©quenj", einemSchimpfspiele von Andreas Gryphius , geschrieben Um 1640;
4) „Sylvia", einem Schaferspiele von Christian FürchtegottGellert , geschrieben um 1750, und Scenen ans Lessing's„ Nathan der Weise", Goethe's „Egmont" und Schiller '6„Wilhelm Teil ". Am Ende der Theaterschau sprach Ma-Vame Dessoir einen von Robert Blum gedichteten Epi-log. Derselbe lautet:
Hat Euch das Bild dramatischer GestaltenAus neuer wie aus laugst vergang'ner ZeitGezeigt des Geistes ungufhaltsaivi WaltenZum heljren Ziele der Wollkomtnenheit;Hat Euch das ?ccuc im Vergleich zum Alte»,Durch höhern Schwuug und tiefern Sinn erfreut.So denkr des Wegs auch, den der Geist geuomuieu.Auf dem er seinen Höhepunkt erklommen.
Die Babn, die nicht Athens nicht Rom gefunden,Sie faud der stemme, schlichte, deutsche Mann;BierKundert Jahre sind dahin geschwunden,lind jenes Werk, das liebend er ersann.Hat eine Glorie um sein Haupt gewunden.Der sich kein Ruhm der Welt vergleichen kann.Hat allem Wissen, allem Sein und Lebe»Allmachtig Richtung und Gestalt gegeben.
Er schuf ein Werk, das wie im MutterschooscDie Wissenschaft genWret und gepflegt,