Einleitung zu dem Versuche
dessen vorherrschende Naturthätigkcit wir dann im asiatischenOrient zu suchen haben würden, von dem die frühere und höhereEntwickelung des Erdenlebens ausgegangen zu sein scheint.
Seitdem aber die Auffindung der Neuen Welt auf der West-halbe der Erde dem alten Contincnt, das sich bisher in denOsten und Westen geschieden hatte, seinen wahren Gegensatz aufdem Erdganzen kund that, seitdem mußte das menschliche Stre-ben eine ganz veränderte Richtung nach Totalität des Erkennensnehmen, was denn von nun an auch in die wissenschaftliche Be-trachtung des Erdganzcn übergehen konnte.
Wenn freilich auch die Physische Welt vom Anfang an im-mer schon als ein Ganzes bestanden hatte, das in einer gewissenwechselseitigen Spannung der Kräfte zwischen einem Norden undSüden, einem Osten und Westen, sein Dasein gefunden: so konntesie doch nun erst von dem Menschen als solches aufgefaßt wer-den. Nun erst konnte auch im Gegensatz der Neuen Welt imWesten, die Alte im Osten in ihrem gegenseitigen Verhältnisse,und wiederum jede in ihrem eigenthümlichen begriffen werden.
So stellten sich nun dem überschauenden Blicke bald die gro-ßen Erdtheile als so viele von der Natur mehr oder minder ge-sonderte Ganze dar, die wir hier als die großen Individuen derErde im allgemeinen betrachten dürfen. Unser Blick wird abermit Recht zuerst auf die Alte Welt gerichtet sein.
Da geht in Osten die Sonne auf und beschreibt im könig-lichen Laufe den strahlenden Bogen durch den Mittag bis zumfernen Westen, und so bezeichnet hier vom Anfang an schon die-ses große kosmische Verhältniß, von der Sonne, dem Quell allesirdischen Lebens, aus betrachtet, die erste Naturcinthcilung derErdoberfläche.
Dort Asien der Erdtheil, dessen wesentlicher Character indem Namen des Orients im weitesten Sinne ausgesprochen ist;hier in Europa sein Gegensatz in dem Occident , der durch alleTheile der Natur wie der Geschichte, durch alle Zeiten hindurchcharakteristisch bezeichnet ist, wenn auch für beide in der weiternBetrachtung ein Ineinandergreifen als eine untergeordnete, obwol