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Einleitung zu dem Versuche
noch dem bewußtlose» Zustande stcht und die Völker als Hordenleben. Von der andern Seite dagegen zeigt sich ein immer fort-schreitendes Freiwerden der Culturvölkcr von den in gleicher Pro-gression immer mehr und mehr zurücktretenden Bedingungen dervaterländischen Naturen. Indeß die Bewohner der Weltstädtedann, durch die künstliche Befriedigung aller Bedürfnisse, gänzlichaus der Natur heraustreten, weiß sich der einzelne Mensch anjeder Stelle über dieselbe zu erhebe», wenn ihm das Ideal desächten Wcltweisen im Leben gegenwärtig ist, das nns der gött-liche Platon im Theätctos vor Augen gestellt bat.
So erhalte» hier die Begriffe vo» Vaterland und Volk, inihrer bestimmten Individualität und Maunichfaltigkeit von derSeite der Natur aus betrachtet, einige Nachwcisungen.
Auch hier muß die Vielartigkcit durch deu angebahnten Gangsich zu einer größern Einheit znsammenordnen, wenn auch sieselbst in ihrer Klarheit nie entschleiert werde» wird.
D er M c n s ch
ist das Höchste in der Natur, durch dessen Anerkennung derselbensie selbst erst zum Dasein und zu ihrer hohen Bedeutung für unsgelangt. Darum geht er auch hier als leitender Gedankenfadendurch alle drei Theile hindurch, und tritt am Schlüsse jederHauptform insbesondere auf, als ein lebendiger Spiegel der Na-tur, von welchem ihre Geheimnisse zu seines Gleichen noch ein-mal wiederholt und verständlicher ausgesprochen werden.
Ans diese Weise kommen nach und nach alle wesentlichenNaturverhältnisse zur Sprache, iu welche die Völker auf diesemErdenruude gestellt sind, und es sollen aus diesen alle Hauptrich-tuugcn ihrer entwickelter» Zustände, welche die Natur bedingt,hervorgehen.
Wäre dieses Ziel da»» wirklich erreicht: so würde eine Seiteder Historie im Allgemeinen einen Fortschritt gewonnen haben, in-dem das erregende Wesen der Antriebe der äußern Naturverhält-nisse auf deu Entwickelnngsgang der Menschheit, welche den For-schern der Alten schon mehr als der Neuern Geschichte manche