einer allgemeinen vergleichenden Geographie. 25
einen speciellen Zweck, jeden Theil der Erde und jede ihrer For-men, liege sie im Flüssigen oder ans dem Festen, im fernen Welt-thcil oder im Vaterlande, sei sie der Schauplatz eines Cultur-volkes oder eine Wüste, ihrem Wesen nach mit gleicher Aufmerk-samkeit zu erforschen bemühet ist: denn nur aus den Grundtypenaller wesentlichen Bildungen der Natur kann ein natürliches Sy-stem hervorgehen.
„Vergleichend" wird sie zu nennen versucht, in demselben Sinne,in welchem andre vor ihr zu so belehrenden Disciplinen ausge-arbeitet worden sind, wie vor allen z. B. die vergleichendeAnatomie.
Wir stehen in unserer Kenntniß der einzelnen Stellen desErdenrunds wenigstens schon hie und da auf demjenigen Puncte,von welchem aus die Vergleichung analoger Formen und Wir-kungsarten derselben möglich und rathsam ist. Der anschauungs-reiche, vielgewanderte Herodotus war es, der diese Idee für dieGeographie zuerst angedeutet (II. o. 33) und an derselben Stelleauf das großartigste zur Vergleichung von Libyen und Europa durch den Niger und den Jster angewendet hat.
Mehr belehrend kann so die Anordnung auch des Weniger»werden, als die rastlose Zusammenraffung des Einzelnen, Unver-bundnen, das unser Gedächtniß nicht mehr zu behalten vermag,wenn es sich nicht gegenseitig durchdringend in großen Gesetzenund Gruppen, zu Ideen und Anschauungen zusammendrängt. Wel-cher Gewinn hieraus für die Wissenschaft nach allen Richtungenhervorgehen kann, hat in vielen derselben der Weltbeobachter A.v. Humboldt gezeigt, der neue Begründer der vergleichenden Erd-beschreibung. Mit ihr ist für diese Wissenschaft überhaupt einneues Feld eröffnet, das hier nach schwachen Kräften anzubauenversucht wird. Die spät erst reifende Frucht kann die Unipersal-geographie sein.
Die Anordnung aller in diesem Werke versammelten That-sachen muß, um methodisch zu heißen und zu einem natürlichenSysteme zu führen, einen Haltungspunct, einen idealen Hinter-grund haben. Nur durch ihn kann das Empirische zu einem Zu-