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Der Getreidehandel in der Provinz Posen / von Władysław Hedinger
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selben haben beim Passieren jeder Hebestelle für jede Tonneihrer Tragfähigkeit 0.2 Pf. zu zahlen (etwa 3640 Pf. proSchiff).

Die in dem neuen Tarif vorgesehene Erhöhung dergegenwärtigen Schifffahrtsabgaben aber und die Ankündigung,dass nach 3 jähriger Uebergangszeit eventuell eine Revisiondes neuen Tarifs erfolgen werde, mit dem Zwecke, un-bedingt eine Steigerung der jetzigen Erträge um 2025%zu erzielen, hat in Interessentenkreisen Besorgnis und Zweifelverursacht, ob nach Sachlage und Rechtslage überhaupteine weitere Abgabenerhöhung angängig erscheint*).

3. Die Warthe.

Die obere Warthe.

Die Warthe durchschneidet die Provinz Posen von derrussischen Grenze bis unterhalb Schwerin in einer Längevon 259 km und wird in dieser ganzen Ausdehnung zurSchiffahrt mit finowkanalmässigen Kähnen benutzt. Danebenfindet auch noch Flösserei statt. Die Flussstrecke oberhalbder Stadt Posen besitzt freilich, wie schon die Anschreibungender Reichsstatistik zeigen, für den Verkehr wenig Bedeutung.In diesem Teile genügt der Lauf den Anforderungen, welchedie Schifffahrt in absehbarer Zeit voraussichtlich stellen dürfte.

Die untere Warthe.

Bis zum Jahre 1904 konnten die Kähne im allgemeinenvon der für die Schifffahrt verfügbaren Zeit etwa ein Drittelmit voller Ladung, ein Drittel mit halber Ladung und jeein Sechstel mit drei Viertel und ein Viertel Ladung fahren.(Die Warthe wie die Netze sind durchschnittlich 3 Monatelang durch Eisgang und Hochwasser für die Schifffahrtgesperrt).

Die durchschnittliche Ladung der auf der PosenerStrecke verkehrenden Schiffe betrug in den Jahren 1894und 1899 59 Tonnen und 75 Tonnen zu Berg, 50 Tonnenund 72 Tonnen zu Tal, die Tragfähigkeit in Kähnen blieb mit165 Tonnen unverändert.

*) Jahresbericht der Handelskammer zu Bromberg 1902.