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Der Getreidehandel in der Provinz Posen / von Władysław Hedinger
Entstehung
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Regulierungsarbeiten.

Die wasserwirtschaftlichen Gesetze des Jahres 1904strebten nun dahin, durch Verbesserungen am Flusse grösserenSchiffsgefässen von 55 m Länge, 8 m Breite und 400 TonnenTragfähigkeit bei 1.40 m Tiefgang, wie sie auf der Oderund der Frankfurter Warthestrecke bereits verkehrten, dieFahrt bis nach Posen zu ermöglichen. Der wesentlicheVorteil dieser Fahrzeuge liegt darin, dass sich mit ihnen,wenn sie auch nicht beständig mit ganzer Ladung zu ver.kehren imstande sind, dennoch die verschiedenen Wasser-stände ausgiebiger ausnutzen lassen, als dies bei den klei-neren Finowkanälen der Fall ist.

Denn die grossen 400 Tonnen Kähne besitzen beieiner Wassertiefe von 1 m noch immer eine Tragfähigkeitvon rund 200 Tonnen; sie können selbst unter diesen Ver-hältnissen noch eine grössere Gütermenge an Bord nehmen,als die kleinen Finowkähne bei voller Ausnutzung ihrerTauchtiefe von 1.40 m.

Die diesbezüglichen Regulierungsarbeiten bestehen imWegbaggern der das Strombett durchsetzenden Lettebänkelind Steinhäger.

Daneben sind die weniger als 300 m Radius besitzen-den Krümmungen durch Durchstiche oder durch Ufer-ausgrabungen und Verbreitung der Fahrrinne zu beseitigen.

Den Hauptanteil von den Gütern stellt die Stadt Posen,die übrigen kleineren Orte an der Warthe weisen nebender Landwirtschaft nur wenig Handel und Industrie aujund treten erheblich zurück.

Die Fortschritte der Belebung des Verkehrs waren fürdie Stadt Posen der Grund, mehrere Millionen Mark fürVerbesserung der Umschlagsstelle und Verlegung desWarthelaufes anzulegen.

Die Ausfuhr an landwirtschaftlichen Erzeugnissen über-wiegt dem Gewichte nach bei weitem die Gütermengen,die in der Provinz eingeführt werden.

Ungefähr die Hälfte aller Güter gelangt mit Stettin zum Austausche. Einen beständig in der Zunahme be-griffenen Anteil hat daneben Hamburg , während der Restauf Berlin, Magdeburg und andere Elbhäfen entfällt.

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