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Der Getreidehandel in der Provinz Posen / von Władysław Hedinger
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Ganz anders die Genossenschaften. Sie haben einedem Wesen des Kaufmanns gerade entgegengesetzte Grund-idee, sie bezwecken die genossenschaftliche Einigung derLandwirte zwecks gemeinsamen Ein- und Verkaufs ihrerProdukte. Da sie jedoch dasselbe Objekt, nämlich dasGetreide usw. zum Gegenstand ihrer Betätigung haben unddiese nach denselben Prinzipien nach aussen hin ausführen,so müssen auch die Genossen in die Organisation des Ge-treidehandels miteinbegriffen werden. Infolgedessen gliedertsich die Schilderung in zwei Teile: der freie Handel unddie dem Getreidehandel obliegenden Genossenschaften.

2. Der freie Handel.

Man unterscheidet in der Provinz Posen im Getreide-handel 4 Arten von Kaufleuten:

a) den sog. Kleinhändler,

b) den sog. Kommissionär,

c) den Agenten,

d) den Grosskaufmann.

In der Regel handelt der Parzellenbesitzer und derkleine Bauer mit dem sog. Kleinhändler, der Grossbauer,Pächter und Grossgrundbesitzer mit dem Kommissionäroder Agenten. Ueber diesen steht der Grosshändler, dermeist nur die Kommissionäre und die grossen Latifundien-besitzer zu seinen Lieferanten zählt.

Jedoch rufen die Intelligenz, die wirtschaftliche Lage,Herkommen und Neigung manche Schwankungen hervor.

Das Bild des Getreidehandels ist, von der unterstenStufe angefangen, ungefähr folgendes:

a) der sog. Kleinhändler.

An den Markttagen, sei es in einem kleinen Städtchen,einer Stadt oder Grossstadt, bringt der kleine Mann denUeberschuss seines Getreides angefahren. 1 ), um ihn abzu-setzen. In dem Getümmel der sich zum Kaufe drängendenHändler hat er Gelegenheit, sich über die Marktlage zuunterrichten. Er nutzt den nach der Stadt gemachten Wegaus, um sogleich die nötigen Einkäufe zu besorgen.

J ) In der Provinz Posen bäckt der Kleine Mann auf dem Landesein Brot noch selbst. Daher erklärt sich auch die grosse Zahl derWindmühlen und kleinen Wassermühlen.