Zu seinen Klienten zählt er nur Grossgrundbesitzer undKommissionäre. Er handelt dann nicht mehr so sehr nachProben, sondern schickt seine Angestellten aufs Gut oderden Speicher hin und lässt grössere Partieen, das mehrfachevon einer Waggonladung, durch diese an Ort und Stellebesehen und bewerten.
Die Ware sammelt er in seinen grossen Speichernund spekuliert auf Konjunkturen. Er verladet grösserePartien meist in Kahnladungen oder auch per Bahn undgiebt sich beim Weiterverkauf mit einzelnen Waggonladungensehr ungern ab.
Dieser Grosshändler hat sich nach längerer Zwischen-zeit 1879 — 94, erst in der letzten Zeit entwickelt und istäusserst selten, er ist nur an grossen Verkehrszentren zufinden wie Posen, Bromberg , oder im ausgesprochen Pro-duktionszentren wie Hohensalza , in Kujawien für Gerste.
Zu bemerken wäre noch, dass vom Kleinhändler an-gefangen bis zum Grosshändler noch bis vor Kurzem derGetreidehandel Einzelhandel war, d. h. dass der Inhaberstets e i n Kaufmann war, höchstens eine Gesellschaft imSinne des B. G. B. und diese Geschäfte vererbten sich inderselben Familie von Geschlecht auf Geschlecht. Es verbleibtnoch die Antwort auf die Frage, welcher Satz in den Händendes Zwischenhandels bleibt?
Nach der eben geschilderten Organisation hängt derGewinn des Zwischenhandels vor allem ab von den Bezie-hungen zwischen Produzenten und Händler. Man kannsagen: Der dem Händler bei dem Getreide-geschäft abfallende S a t z s t e i g t p r o g r e s s i vmit der wirtschaftlichen Abhängigkeit desProduzenten und umgekehrt.
4. Der genossenschaftliche Getreidehandel.
In diese Organisation des freien Getreidehandels,welche bis fast ans Ende des XIX. Jahrhunderts den Ge-treidehandel der Provinz Posen beherrschte, drang dieGenossenschaftsbewegung ein. Dieser Genossenschafts-bewegung wird in der Provinz Posen ein ausschlaggebenderEinfluss zugeschrieben, man ist gewillt die Krisis im Ge-