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Der Getreidehandel in der Provinz Posen / von Władysław Hedinger
Entstehung
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Partieen an den Mann zu bringen. Kann er die Ware zudem Preis nicht anbringen, so benachrichtigt er seinenKlienten von der Marktlage und dem Preis, der zu erzielenwäre. Ist der Anlieferer einverstanden, so verkauft er dieWare im Namen des Anlieferers. Dies ist auch derUnterschied zwischen Kommissionär und Agenten. DerKommissionär handelt stets in seinen Namen, als Selbst-kontrahent, auch wenn er provisionsweise verkauft, der Agentmeist in Namen des Auftraggebers.

Der Verdienst des Agenten besteht in einer fest-gesetzten Provision von 0,502 Mk pro Tonne. Hat ereinen höheren Preis erziehlt, als die Forderung des Auf-traggebers, so wird der Mehrerlös meist zur Hälfte geteilt.

Die Form des Kaufes ist die nach Probe. Der Pro-duzent schickt ein grösseres Muster, das auf sein Normal-gewicht mittels der Danziger Schale nach holländischemGewicht gewogen wird. Kommt es zum Geschäft, so schicktder Kommissionär dem Produzenten die nötige AnzahlSäcke. Während der Verladezeit sucht der Kommissionär inden Orten, wo gerade Bedarf ist, wieder für sich einenAbnehmer, lasst dann, wenn er ihn gefunden, direkt nachder Station des Abnehmers ohne Angabe von dessenAdresse, mit seiner Firma als Absender, den Waggonexpedieren und avisiert den Abnehmer erst der Güterexpe-dition der Empfangsstation. Hierdurch sucht der Getreide-händler seine Beziehungen zu verheimlichen. Ist dann dieangelieferte Qualität verschieden, so hat man es mitQualitätsbemangelung zu tun, diese kommen im Getreide-handel sehr häufig vor und werden meist durch Preisabzugbeglichen.

d) Der Grosshändler.

Die oberste Stufe des Getreidehandels stellt dersogenannte Grosshändler dar. Er arbeitet ähnlich demKommissionär; er unterscheidet sich aber von diesem dadurch,dass er sein Geschäft spezialisiert. Er handelt nicht wieder Kommissionär mit allen Getreidearten, FutterartikelnSämmereien, Kohlen, Düngemitteln usw., sondern befasstsich meist mit einem Artikel, z. B. Roggen oder Gerste.