Es sei daher Pflicht, den ländischen Mittelstand nachKräften zu fördern. Unumstösslich wahr sei das WortBismarks:
„Hat der Bauer Geld, hat Geld die ganze Welt“.
Durch die Hebung des ländlichen Mittelstandes würdenauch Handel und Industrien gefördert.
„Wenn wir überhaupt in den Verbänden Politik treiben,dann treiben wir nationale soziale Wohlfahrtspolitik.
Ist in der Provinz oder Stadt Posen eine wirtschaft-liche Depression vorhanden, so ist deren Wurzel nur aufdem Lande zu suchen. (Beifall)“.
Ueber die Frage der Nationalität Hess sich derselbe Ver-bandsdirektor wie folgt aus: 1 ) Es befinden sich, den Ver-hältnissen der Provinz entsprechend, wie auch gleichfallsin der Organisation der anderen genossenschaftlichen Ver-bände der Provinz, Genossenschaften mit einer oder wenigergrossen Anzahl Mitglieder polnischer Nationalität. DieserUmstand entkleidet aber weder unseren Verband noch diebetreffenden Genossenschaften des deutschen Charakters.Die polnischen Mitglieder wissen und müssen wissen, dasssie sich bei dieser Mitgliedschaft in einer deutschen Or-ganisation befinden und müssen sich mit dieser Tatsacheauch abfinden und es liegt auch keine Veranlassung vor,anzunehmen, dass das nicht der Fall sei“.
Auffällig ist bei den mit Getreide handelnden Bezugs-und Absatz- Genossenschaften die Verschiedenheit der Haftart.
Es erklärt sich dies daraus, dass dieser Verband zuerst denWeg des genossenschaftlichen Getreidehandels betreten hat.Seine Genossenschaften haben erst durch ihre tastendenVersucheund vermöge der gesammelten Erfahrungen dazu beigetragen,den späteren Genossenschaften den Weg zu ebnen. Ausdiesem Grund finden wir auch im Gegensatz zu denanderen Verbänden die Frage der Haftpflicht nicht ein-heitlich entschieden. Im Prinzip hat man sich nunmehr fürdie G.m.b. H. erklärt und die Mehrzahl weist diese beschränkteHaftpflicht auf, doch gibt es auch noch 4 Genossenschaftenmit unbeschränkter Haftpflicht und 1 Gesellschaft mit be-
*) VII. Jahrbuch Posen 1907 S. 9. 10.