Jahre ist man zu einer beide Teile befriedigenden Einigunggelangt, die endgültig den Frieden zwischen den beidengrossen Genossenschafts-Organisationen in der ProvinzPosen hergestellt hat und die nunmehr ein friedliches Zu-sammenarbeiten beider Verbände nebeneinander gestattet.Beide Organisationen haben sich gegenseitig verpflichtet,den Uebertritt von Genossenschaften, sowie Beamten vondem einen zu dem anderen Verbände nie ohne vorher ein-geholte ausdrückliche Genehmigung des betreffenden Ver-bandes zu gestatten. Ausserdem sind die Gebiete für Neu-gründungen bei beiden Organisationen räumlich abgegrenztworden, so dass nach jeder Richtung hin irgend welchenfeindlichen Konkurrenz-Bestrebungen der Boden abgegra-ben worden ist. 1 )
obgleich in der nächsten Nähe bisweilen sogar an demselben Orte jbereits Genossenschaften beständen, welche zu unserem Verbändegehörten und dass dieselbe die Ansiedler veranlasse, ihre flüssigenGelder bei der Filiale Raiffeisen in Posen anzulegen, während esim Interesse des Genossenschaftswesens mindestens zu wünschensei, diese in die benachbarten Genossenschaften einzulegen.
Der Vertreter der Königlichen Ansiedlungs-Kommissionerklärte dagegen, dass er allerdings über besondere Fälle nichtinformiert sei, dass aber die Königliche Ansiedlungs-Kommissionin keiner Weise ein oder das andere genossenschaftliche Systembevorzugte.
Wenn dergleichen Fälle wie angeführt, vorgenommen seinsollten, so sind dieselben nicht auf Anregung der Königlichen An-siedlungs-Kommission erfolgt, sondern einzig und allein durch dasvollständig selbständige Vorgehen des Neuwieder Verbandesveranlasst worden.
Nachdem noch einige Redner dem Vertreter der KöniglichenAnsiedlungs-Kommission für seineErklärungdenDankausgesprochenund sich im Sinne des Pastors Geliert geäussert hatten, nahm dieVersammlung nachstehende Resolution des letzteren einstimmig an:
„Die Versammlung beauftragt den Verbandsdirektor, in ge-eigneter Weise mit der Königlichen Ansiedlungs-Kommission inVerhandlung darüber einzutreten und zu beantragen, dass neueAnsiedler den bereits bestehenden benachbarten Genossenschaftenauch schon bei der Besiedlung zugeführt werden, und dass ihnengestattet werde, bei diesen Genossenschaften auch ihre flüssigenAnlage Kapitalien anzulegen.“
In der Nationalitätenfrage wird der Verband als Verfechterder Ostmarkenpolitik in den Augen der Bevölkerung angesehen.
x ) IV. Jahrbuch des Verbandes der landwirtschaftlichen Ge-nossenschaften für die Provinz Posen pro 1902 nnd 1903, Posen 1905.
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