her bestehende Getreideeffektivmarkt, wie solcher sich jeder-zeit nach der Entwickelung des Verkehrs den Bedürfnissenangepasst hat. Seinem Ursprung nach stellt er sich als einTeil des behördlich genehmigten Wochenmarktverkehr dar,der sich noch heute im kleinen auf dem Bernhardinerplatzabspielt, während die natürliche Entwickelung der Verhält-nisse es mit sich brachte, dass das grosse Geschäft imGetreidehandel sich von dem kleinen abzweigte und vonihm heute räumlich getrennt ist.
Die Schilderung lässt erraten, dass diese Entwickelungunmöglich wäre, wenn sich der Getreidehandel nicht aufeine Organisation stützen könnte.
Die kaufmännische Vereinigung.
Diese um den Posener Getreidehandel höchst verdienteOrganisation war schon im Jahre 1856 von der „Kauf-männischen Vereinigung“ ins Leben gerufen worden. Siehat Vornehmlich das Ziel verfolgt, den Verkehr in Landes-produkten in geordnete Bahnen zu leiten, und deshalbdiejenigen Einrichtungen geschaffen, welche die reelleAbwickelung des Geschäftes sichern. Der „KaufmännischenVereinigung gehörten fast alle Besucher der ehemaligenPosener Börse an, und den Vorstand dieser Vereinigungverfasste die Bedingungen der Börsengerichte und ernanntedie Sachverständigen u. s. w.
Als im Jahre 1888 die gegen die Börsen gerichtetePolitik ansetzte, ging das Streben der Regierung daraufhin, den Einfluss der „Kaufmännischen Vereinigung“ kaltzu stellen. Die Handelskammer wurde aufgefordert,nach Massgabe des Ministerialerlasses von 24. IX. 1888 diean der Posener Getreidebörse üblichen Schlusscheine um-zuarbeiten. Des Ferneren wurde von dem Minister fürHandel und Gewerbe die Forderung aufgestellt, dass fortandie Mitglieder der im Termingeschäft fungierenden Sach-verständigen-Kommissionen, in welche neben Vertretern desHandelsstandes auch Vertreter der Mühlenindustrie und,wenn möglich, der Landwirtschaft und des Fuhrgewerbeszu wählen seien, der Bestätigung des Oberpräsidenten unter-