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Die Marktbesucher blieben vom Versammlungslokalfern. Die von der „Kaufmännischen Vereinigung“ geschaffeneEinrichtung der Preisnotierungs-Kommission, der Sach-verständigen-Kommissionen und das Schiedsgericht hat seitdem 1. Januar 1897 aufgehört.
Unter diesen Umständen trat das Erbe dieser „Kauf-männischen Vereinigung* die „Freie Vereinigung derGetreidehändler“ an. Der Vorstand dieser kaufmännischenVereinigung beschränkte seine Tätigkeit darauf, von denBesuchern der Zusammenkünfte einen Beitrag zur Bestreitungder Mieths- und sonstigen Kosten zu erheben.
Die Versammlungen finden regelmässig an den Wochen-tagen von 8—972 Uhr Morgens ausser Sonnabend statt.
Unter den Besuchern sind der Anzahl nach die Kauf-leute vorwiegend. Berücksichtigt man jedoch den Umfangder Geschäfte, so treten am Getreidemarkt hauptsächlichdie Mühlenbesitzer der Stadt Posen und der Umgegend,auch Bäcker als Käufer auf. Die Posener Mühlenindustriedeckt ihren Bedarf (der 1899 schon ca. 160 To. täglich,1910 ca. 500 To. täglich beträgt), fasst ausschliesslich amGetreidefrühmarkt. Auch ist unter den Marktbesucherndie Landwirtschaft durch die landwirtschaftliche Ein-und Verkaufsgenossenschaft, durch die Genossenschaft Raiff-eisen und durch einige andere Firmen vertreten, die imAufträge von Landwirten Geschäfte abschliesen. Vereinzelttreten Landwirte persönlich als Verkäufer ihrer Produkteam Markt auf.
Die zu verkaufende Ware wird nicht mit zur Stellegebracht, doch wird niemals vertretbare Ware verkauft,sondern es weiden immer nur individuelle Posten gehandeltund zwar der Art, dass von der zum Verkauf stehendenWare entnommene Stückmuster dem Verkauf zu Grundegelegt werden. Die zu verkaufende Ware befindet sichgrösstenteils in auf der Station angelangten Waggons, unddie Uebergabe geschieht in der Weise, dass der Verkäuferdem Käufer beim Abschluss des Geschäfts die Probe undden Frachtbrief sofort aushändigt.
Ausserdem werden in gleicher Weise nach gezogenenStückmustern individuelle Warenproben auf Abladung