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Der Getreidehandel in der Provinz Posen / von Władysław Hedinger
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den Verbänden ländlicher Genossenschaften RaiffeisenscherOrganisation, die zu einem Wettlauf beider Verbände beider Bildung von landwirtschaftlichen Genossenschaften führte,mag auch nicht wenig zu der geschilderten Entwickelungder landwirtschaftlichen Genossenschaften in der Provinzbeigetragen haben.

Ich möchte noch den nationalen Kampf als eine innereTriebfeder nicht unerwähnt lassen. Die Genossenschaftensind es, vermöge deren die Ansiedlungs-Kommision die ausallenTeilenDeutschlands kommenden Ansiedler zusammenhält,und da die Polen zu unvermögend sind, als selbständigeKaufleute im Getreidehandel sich einen Platz zu erobern,so versuchen sie es auf dem Wege des genossenschaftlichenZusammenschlusses.

Es ist nicht zu verkennen, dass der Getreidehandel inder Provinz Posen eine Krisis durchlebt. Es bleibtaber zu untersuchen, ob die Genossen-schaf t s b e w e g u n g wirklich die alleinigeUrsache dieser Krisis ist.

I. Die Entwickelungdes Posener Getreidehandels.

Vergleich der statistischen Angabender Betriebszählungvon 1895 und von 1907

Einen Einblick in die inneren Verhältnisse des PosenerGetreidehandels gibt die gewerbliche Betriebsstatistik vom14. Juni 1895, und vom 12. Juni 1907 (cfr. Tabelle IX imAnhang). Die Betriebsstatistik von 1895 gibt an, wievieles im Handel mit landwirtschaftlichen Produkten Haupt-und Nebenbetriebe und gewerbtätige Personen gab. DieBetriebsstatistik vom Jahre 1907 unterscheidet zwischen demHandel mit Getreide und dem Handel mit landwirtschaft-lichen Produkten. Es gibt freilich Firmen, die ihren Betriebfür Getreide, oder Spiritus, oder Kartoffeln, oder Sämereienusw. spezialisiert haben, im Grossen und Ganzen mussman jedoch diese Unterscheidung für die Provinz Posen nachder geschilderten Organisation des Getreidehandels dahin