164
zeichnet. Entsprechend den Etappen der Handelspolitikmuss man drei Abschnitte unterscheiden:
1. bis zum 1. Mai 1894 (Inkrafttreten des Deutsch -Russischen Handelsvertrages und die Aufhebung des Iden-titätsnachweises. Ich habe, um möglichst genau zu sein,das Jahr 1894 geteilt, in das erste Vierteljahr und die dreianderen zusammen.)
2. 1894—1906 — die Zeit der Caprivischen Zölle (dadie Eisenbahnstatistik seit 1901 nur Jahreshefte publiziert,konnte ich eine dem Jahre 1894 analoge Teilung nichtmachen).
3. Von 1906 bis jetzt (unter den erhöhten Getreide-zöllen).
Wie zeigt sich nun die Wirkung auf die einzelnenGetreidegattungen an der Hand der Zahlen der Eisenbahn-statistik?
a) Weizen.
Die hier folgenden Ziffern (cfr. S. 165) geben für die ein-zelnen Perioden und für die hauptsächlich mit der ProvinzPosen in Beziehung stehenden Länder den jährlichen Mehr-versand resp. Mehrempfang an. (Sie sind errechnet aufGrund der Tabelle XVIII.)
Blickt man auf das Endresultat, so zeigt es sich, dassim Verhältnis zu den Jahren vor der Aufhebung des Iden-titätsnachweises der Mehrversand an Weizen durchschnittlichum mehr als die Hälfte gesunken ist! Dieses Defizit wiegtnicht die Ausfuhr von Weizen per Wasser auf. Im Gegen-teil, in den letzten paar Jahren wird sogar auf dem Wasser-wege Weizen importiert, (cfr. Statistik Tabelle XII, Spalte2—4, Tabelle XIII, Spalte 2—4, Tabelle XIV, Spalte 2 - 4.)Wie lassen sich diese Zahlen mit der ständigen absolutenZunahme der Ernteerträge in Einklang bringen? Sodannzeigt die Periode nach 1906 einen fast vollständigen Rück-gang der Einfuhr von fremden Weizen.
Der Weizenhandel der Provinz Posen hat eine tief-greifende Aenderung erfahren. Die alten Absatzgebiete nachdem Westen (Prov. Brandenburg, Kgr. Sachsen, Rgbz.Merseburg, Thüringen, Magdeburg und Anhalt) haben ihre