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Der Getreidehandel in der Provinz Posen / von Władysław Hedinger
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zeichnet. Entsprechend den Etappen der Handelspolitikmuss man drei Abschnitte unterscheiden:

1. bis zum 1. Mai 1894 (Inkrafttreten des Deutsch -Russischen Handelsvertrages und die Aufhebung des Iden-titätsnachweises. Ich habe, um möglichst genau zu sein,das Jahr 1894 geteilt, in das erste Vierteljahr und die dreianderen zusammen.)

2. 18941906 die Zeit der Caprivischen Zölle (dadie Eisenbahnstatistik seit 1901 nur Jahreshefte publiziert,konnte ich eine dem Jahre 1894 analoge Teilung nichtmachen).

3. Von 1906 bis jetzt (unter den erhöhten Getreide-zöllen).

Wie zeigt sich nun die Wirkung auf die einzelnenGetreidegattungen an der Hand der Zahlen der Eisenbahn-statistik?

a) Weizen.

Die hier folgenden Ziffern (cfr. S. 165) geben für die ein-zelnen Perioden und für die hauptsächlich mit der ProvinzPosen in Beziehung stehenden Länder den jährlichen Mehr-versand resp. Mehrempfang an. (Sie sind errechnet aufGrund der Tabelle XVIII.)

Blickt man auf das Endresultat, so zeigt es sich, dassim Verhältnis zu den Jahren vor der Aufhebung des Iden-titätsnachweises der Mehrversand an Weizen durchschnittlichum mehr als die Hälfte gesunken ist! Dieses Defizit wiegtnicht die Ausfuhr von Weizen per Wasser auf. Im Gegen-teil, in den letzten paar Jahren wird sogar auf dem Wasser-wege Weizen importiert, (cfr. Statistik Tabelle XII, Spalte24, Tabelle XIII, Spalte 24, Tabelle XIV, Spalte 2 - 4.)Wie lassen sich diese Zahlen mit der ständigen absolutenZunahme der Ernteerträge in Einklang bringen? Sodannzeigt die Periode nach 1906 einen fast vollständigen Rück-gang der Einfuhr von fremden Weizen.

Der Weizenhandel der Provinz Posen hat eine tief-greifende Aenderung erfahren. Die alten Absatzgebiete nachdem Westen (Prov. Brandenburg, Kgr. Sachsen, Rgbz.Merseburg, Thüringen, Magdeburg und Anhalt) haben ihre