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Der Getreidehandel in der Provinz Posen / von Władysław Hedinger
Entstehung
Seite
167
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nach Norden und Osten, z. T. nach Süden, aber stets nachdem Ausland dirigiert.

2. Die Zollerhöhung von 1906 hat diese Tendenz nochverstärkt.

3. Der ehemalige Zwischenhandel mit ausländischer(polnischer) Rohware ist dem Getreidehandel entglitten; erkann in anbetracht der Konkurrenz ausländischen Weizensauf den Westmärkten das heimische Produkt nicht unter-bringen und muss es in steigendem Masse verarbeiten, umes durch die Hände der Müller in Gestalt von Mehl zu ex-portieren, oder dem wachsenden, einheimischen Konsum zudienen.

b) Roggen.

Das Bild des Roggenhandels in den drei Perioden injährlichen Durchschnitten, berechnet aus Tabelle XX ergiebtdie nachstehenden Zahlen: (cfr. S. 168).

Der Handel mit Roggen in unverarbeitetem Zustandeist, im Gegensatz zum Weizen stetig gestiegen, und zwarzusammen mit dem per Wasser exportierten von durch-schnittlich jährlich 124.700 Tonnen vor dem Jahre 1894,auf 226 919 Tonnen nach dem Jahre 1906, eine notwendigeFolge der stetig wachsenden Kornerträge cfr. Tabelle aufSeite 1517.

Wenn man diese Tatsache (der steigenden Erträge undund Ausfuhr) ins Auge fasst, dann zeigen die Ziffern dereinzelnen mit der Provinz Posen im Verkehr stehendenLänder dasselbe Bild der Entwickelung beim Roggenhandelwie vorher beim Weizenhandel.

Die Provinz Brandenburg verliert allmählich ihre Be-deutung als Absatzgebiet für Posener Roggen, trotz dersteigenden Erträge, geht der Mehrversand dorthin zurück.Dasselbe ist der Fall im Verkehr mit dem Kgr. Sachsen,dem Rgbz. Merseburg, Thüringen, Magdeburg und Anhalt.(Letztere schicken sogar einige Waggons nach der Provinz.)Einzig und allein den Absatz nach Schlesien (Rgbz. Oppeln, Breslau und Liegnitz) mit Ausnahme der Stadt Breslau ge-lang es dem Roggenhandel zu erweitern. Dies lässt sichdamit erklären, dass die Konkurrenz des auf der Elbe und