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Der Getreidehandel in der Provinz Posen / von Władysław Hedinger
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Zusammenfassung.

Selbstverständlich geben die jährlichen Durchschnitts-zahlen für die einzelnen Perioden nur verschwommene An-gaben für den Verkehr mit den einzelnen LandesteilenDeutschlands und den übrigen ausserdeutschen Ländern.Ich habe es aber der besseren Uebersicht wegen getan, zu-mal da die absoluten Zahlen dasselbe Re-sultat ergeben.

Allein bei den absoluten Zahlen spielen die jährlichenPreisunterschiede und Konjunkturen, die jeweiligen Ernte-ergebnisse und sonstige vorübergehenden Einflüsse der-massen mit, dass ich gezwungen wäre, Jahr für Jahr beijeder Getreidegattung die einzelnen Ursachen zu erklären,ohne gewiss zu sein, ob ich sie alle erschöpft habe.

Trotzdem ich also bei der erläuternden Ausführungmich auf die Durchschnittszahlen gestützt habe und michnur mit dem Hinweis auf die absoluten Angaben begnügthabe, glaube ich folgende Schlussfolgerung ziehen zu dürfen:

1. Die Aufhebung des Identitätsnachweises und dieEinführung der Ausnahmetarife haben das Getreide derProvinz Posen mit Ausnahme der Malzgerste seit 1906 vonden westlichen Märkten abgeleitet.

2. Das Posener Getreide hat nur den Absatz nach derProvinz Schlesien behauptet und erweitert.

3. Die seit dem Jahre 1906 gesteigerte Ausfuhrprämiehat das sonst Getreide exportierende Russisch-Polen ge-zwungen für deutsches Produkt Abnehmer zu werden.

4. Das Hauptabsatzgebiet für Posener Getreide ist derNorden geworden, und zwar nicht so sehr die nördlich ge-legenen Provinzen Ost- und Westpreussen und Pommern,als die über See gelegenen ausserdeutschen Länder. In-folgedessen ist die Bedeutung der Binnenschiffahrt für denAbsatz von Getreide bedeutend gestiegen.

5. Für Gerste haben die Aufhebung des Identitätsnach-weises und die Ausnahmetarife keine Wirkung gehabt.