wiesen wurden, ins Leben trat. Selbst zu Bedingungen, wiesie die Abhängigkeit mit sich bringt, können sie nicht immerihren Lebensunterhalt finden. Und wenn wir auch zur Zeitdurch eine großartige Versicherungsgesetzgebung bemüht sind,diese Unsicherheit, soweit sie in der Arbeitsunfähigkeit ihreUrsache hat, zu beseitigen, so bleibt doch das unserer wirth-schaftlichen Entwicklung eigenthümliche Schwanken zwischenAufschwung und Niedergang, welches stoßweise große Massenvon Arbeitslosen schafft, damit die wirthschastliche und persön-liche Abhängigkeit auch der Beschäftigten verschärft, die Wirk-samkeit der Arbeiterversicherung fortwährend in Frage stelltund alljährlich Tausende der Armenunterstützung zuweist. Soist ein Massenelend entstanden, welches die gesittete Existenzder Einzelnen beeinträchtigt, unsere staatliche Entwicklung ge-fährdet, ja die ganze gesellschaftliche Ordnung bedroht. Undangesichts solcher Thatsachen erscheinen die Anhänger derzweiten Anschauung unbegreiflich, die da glauben, durch neueFormulirungen altbekannter Wahrheiten, durch veränderteZinsdefinitionen oder durch den Hinweis, daß Differenzenim Ertrage der Grundstücke und damit Grundrenten auch imsocialistischen Staate sich finden würden, diese Gefahren be-schwören zu können.
Die beiden abstracten Richtungen, die socialistische wiedie individualistische, erscheinen also als unzureichend. Ganzanders der Weg, den die historische Schule beschreitet. Umdie Ursachen unserer Nothstände festzustellen, wendet sie sichzur unmittelbaren Beobachtung der wirthschaftlichen Vorgängeim Leben. Diese zeigt ihr, daß die geschilderten Nothständezuerst mit der Auslösung der alten gewerblichen Ordnunghervortraten, und naturgemäß lautet daher ihre erste Frage,