IV
Vorwort.
Das hat mich vor vielen Dezennien veranlaßt, zunächsteine Skizze der europäischen Wirtschaftsentwicklung alsEinleitung zu meinen nationalökonomischen Vorlesungen zugeben. Ich bin dabei zuerst von der altgermanischen Wirt-schaftsverfassung ausgegangen. Bei jeder Wiederholungmeiner Vorlesungen habe ich durch größere Vertiefung indie Wirtschaftsgeschichte je eines der Völker, die nachdem Untergange des Römischen Reichs jeweils die wirt-schaftlich vorgeschrittensten gewesen sind, meine Darstel-lung zu verbessern und zu erweitern gesucht; so sind ausdem, was anfänglich nur eine Einleitung war, selbständigeVorlesungen über die Entwicklung des europäischen Wirt-schaftslebens geworden, die sich schließlich auf zwei Se-mester erstreckt haben. In meiner Geschichte über diewirtschaftliche Entwicklung Englands habe ich ausführlicherwiedergegeben, was ich über das Wirtschaftsleben diesesseit Ende des 17. Jahrhunderts bis zum Weltkrieg wirt-schaftlich führenden Landes vorgetragen habe.
Bei Wiederholung meiner Vorlesungen zeigte sich mir,daß meine Darstellung unvollkommen bliebe, wollte ichnicht auch darlegen, was der germanischen Wirtschafts-periode vorausgegangen ist. Um eine Vorstellung zu gebenvon dem, was für Keime der späteren westeuropäischenWirtschaftsentwicklung schon in Byzanz gegeben waren,habe ich in Schmollers Jahrbuch, Jahrgang 1917, einenAufsatz über die byzantinische Volkswirtschaft veröffent-licht, den ich hier wiedergebe. Ich versuche darin darzu-legen, was die byzantinische Volkswirtschaft aus der antikenWelt übernommen hat.
Was in meiner Geschichte der wirtschaftlichen Ent-wicklung Englands über die gallo-römische Wirtschafts-verfassung gesagt ist, ist nur ein Auszug aus dem hierüber die Volkswirtschaft in den römischen Provinzen Gallien ,Germanien, Vindelicien, Rhätien, Noricum Gesagten, soweitdessen Kenntnis zum Verständnis der britischen Volkswirt-schaft notwendig war. Es mußte hier, wo es sich nichtmehr bloß um die britische Volkswirtschaft handelt, ausrführlicher zur Darstellung kommen.