1. Zunächst gilt es, das Grenzgebiet der Provinzenfestzustellen, deren Zustände wir betrachten wollen, vorallem das der Provinzen Gallien und Germanien .
Gallien umfaßte nicht nur das heutige Frankreich ,sondern auch (ungefähr) das heutige Belgien , Elsaß-Loth-ringen, das Großherzogtum Luxemburg und den Regie-rungsbezirk Trier .
Daneben dann die beiden Germanien : Ober- und Unter-germanien, oder auch Germania prima et secunda.
Die ursprüngliche Provinz Germania hatte das Landzwischen Rhein und Elbe umfaßt. Allein ihre Zugehörig-keit zum römischen Reich hatte nur 20 Jahre gedauert,vom Jahre 12 vor Christus bis 9 nach Christus, bis zurNiederlage des Varus.
Seitdem gehörte zu den Provinzen Germanien nur mehrdas heutige Holland und das linke Rheinufer bis ungefährKoblenz. Von da lief die Grenze das Taunusgebirge ent-lang, um sich plötzlich südlich bis zum Main zu wenden,den sie bei Wörth verließ. Von da ging die Grenze inschnurgerader Linie bis Lorch in Württemberg . Hier er-reichte sie die Grenze der Provinz Raetia , die sich, ziem-lich an der Altmühl hin, bis nach Kelheim erstreckte. Vonda ab bildete die Donau die Grenze der Provinzen Rätien und Noricum .
Von dem Deutschen Reich und von Deutsch-Österreichin ihrem Umfang vor dem Weltkriege waren also römischeProvinzen: die preußische Rheinprovinz links des Rheins,