Vorwort.
Als ich Student war und in der ersten Zeit meinesDozententums war ich von dem, was zur Einführung in dieNationalökonomie in den Lehrbüchern stand, sehr wenigbefriedigt. Über das Werden der heutigen Wirtschafts-ordnung war darin gar nichts gesagt. Man konnte meinen,daß diese immer so, wie etwa seit dem 17. Jahrhundert,gewesen sei. Das war die Folge davon, daß die moderneVolkswirtschaftslehre von einem Menschen ausging, wie erdem Naturrecht vorschwebte: Alle Menschen frei geboren;einem Jeden gehörte das Ergebnis seiner Arbeit; das Privat-eigentum als Ergebnis derselben geheiligt; desgleichen dasPrivateigentum am Boden, den ein Jeder bearbeitet, aner-kannt; die wirtschaftlichen Beziehungen der Menschen zu-einander als auf freiem Vertrag unter Gleichberechtigtenberuhend erachtet. Populäre Lehrbücher suchten die Ent-stehung der heutigen Wirtschaftsorganisation zu veran-schaulichen, indem sie den auf dieser Grundlage seinengrößten Vorteil mit dem geringstmöglichen Aufwand er-strebenden Menschen zu Arbeitsteilung, Tausch, Lohn,Rente, Zins gelangen ließen. Aber auch Lehrbücher, welchedie Nationalökonomie vom geschichtlichen Standpunkt be-handelten, gaben kein Bild vom Werden der heutigen Wirt-schaftsordnung. Sie sprechen von der Vergangenheit nur,um zu zeigen, daß deren wirtschaftliche Lehren, wo siemit denen der modernen Nationalökonomie übereinstimmten,deren Anspruch auf ewige Geltung bestätigten.