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Der wirtschaftende Mensch in der Geschichte : gesammelte Reden und Aufsätze / von Lujo Brentano
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Lujo Brentano

„Schmachvoll“, so beginnt Ambrosius 1 ), „und mitgöttlichem und weltlichem Rechte im Widerspruch istes, den Vorteil des Nächsten zu beeinträchtigen. Willjemand allgemein gefallen, so muß er vor allem ver-meiden, dem eigenen Nutzen nachzujagen; statt dessenmuß er suchen, was vielen Nutzen bringt, wie derApostel Paulus es tat . . . . 2 ). Bedenke wohl, o ein-geborener Mensch, woher du deinen Namen leiten mußt:von der Erde nämlich 3 ), die niemals jemand etwasraubt, die vielmehr allen alles zuteilt und ihre mannig-faltigen Früchte zum Gebrauche aller lebendenWesen darbietet. Daher ist denn auch die Humanitätrecht eigentlich eine angestammte Tugend des Menschen,weil sie dem Teilhaber gleichen Loses Hilfe bringt .. . 4 ).Niemals darf man dem Nächsten um des eigenen Vorteilswillen einen Schaden zufügen . . . 5 ). Was dem einzelnennützen soll, muß der Gesamtheit nützen . . . 6 ). Waserträgst du nicht lieber eigenen Schaden, als daß dufremden Vorteil dir zueignest? . . . 7 ) Steht es nichtgeschrieben: „Verflucht soll sein dem Volke, wer nachGewinn strebt durch Zurückhalten des Getreides?“ . . . 8 )„Aber“, so läßt er einen erwidern 9 ), „ich habe mitbesonderem Eifer gepflügt, reichlicher gesät, fleißigerden Acker bestellt; danach habe ich eine reiche Erntesorgfältig ein gescheuert, sie treulich bewahrt und be-wacht. Wenn ich dann zur Zeit des Mangels . . .

') De off. ministr. III, c. 3. Migne, Patr. lat. XVI, 158.

2 ) Ibidem Nr. 15.

3 ) Der Text hat: „Considera, o homo, unde nomen sumpseris;ab humo utique.“

‘) Ibid. Nr. 16.

B ) lbid. Nr. 20, p. 159.

°) Ibid. cap. 4, p. 160.

’) Ibid. Nr. 28, p. 162.

8 ) Ibid. cap. 6, Nr. 37, p. 165.

») Ibid. Nr. 39.