Die Anfänge des modernen Kapitalismus 243
Vor allem aber bestand das Heer, mit dem er sichEngland unterwarf, aus Söldnern, die, angelockt voneinem hohen Sold und der Aussicht auf die PlünderungEnglands, aus allen Teilen Frankreichs und den an-grenzenden Ländern zusammenströmten; seine normanni-schen Vasallen dagegen lohnte er nach Maßgabe ihrerTeilnahme durch Land, womit er sie belehnte '). Vom11. Jahrhundert ab finden wir sogar schon Kriegs-unternehmer, die, wie die Condottieri im alten Griechen-land 2 ), eine Mannschaft gegen Geld warben und ihreLeistungen, sowie die eigenen anderen gegen Entgeltzur Verfügung stellten. Wenn es früher schon vor-gekommen , daß die Führer von Gefolgschaften ihreeigenen und ihrer Leute Kriegsdienste gegen Entgeltverdingt haben, so beginnen jetzt von den Führerngeworbene Truppen an die Stelle der Gefolgschaftenzu treten. Wie es mit den 500 auserlesenen Ritternwar, welche der Graf von Flandern, wie Anna Komnena im 7. Buch der Denkwürdigkeiten ihres Vaters erzählt,diesem zur Bekämpfung der Türken gesandt hat, läßtsich nicht sagen. Dagegen hat 1082 der Bischof Ottovon Regensburg dem Herzog Wratislaw von Böhmen ,
1889, p. 299: Cumque omnes ejus voluntatem plausibus excipientes,magnificis promissis animasset, commeatum naviumomnibus, pro quantitate possessionum, indixit (Willelmus).
x ) Ygl. Augustin Thier ry, Histoire de la conquete d’An-gleterre par les Normands. Paris 1867, p. 126: Guillaume fitpublier son ban de guerre dans les contrees voisines; il offrit uneforte solde et le pillage de l’Angleterre ä tout homme robustequi voudrait le servir de la lance, de l’epee ou de l’arbalete. ImRoman de Rou et des Ducs de Normandie par Robert W a c e,Edit. F. Pluguet, Rouen 1827, heißt es Vers 13 794:
„De maint'e terre out soldiersCels par terre, cels par deniers.“s ) Siehe Bel och, Griechische Geschichte II, 471 ff. Straß-burg 1897.
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