Handel und Kapitalismus 321
Rom Sklaven kanfen und nach dem Orient verhandeln.„Sie machten“, schreibt Leo 1 ), „die weitesten See-fahrten, trieben den Handel am großartigsten, undwährend die Neapolitaner mit den Sarazenen nur indem niedrigen Verkehr von Hehlern und Beutetrödlernstanden, schlossen die Amalfitaner mit den SarazenenHandelsverträge, schifften nach fast allen sarazenischenHäfen, um dort die Produkte der südlichsten Länderzu holen und nach den nördlichen, besonders denfranzösischen und ligurischen Küsten des Mittelmeeres,zu verfahren.“ Im 9. und 10. Jahrhundert tauschtensie kostbare Gewänder im Orient ein und vertauschtensie anderwärts gegen Lebensmittel.. AmalfitanischeKaufleute begleiteten die Kriegszüge der Byzantiner.Seit dem 10. Jahrhundert finden wir sie handeltreibendan der syrischen und nordafrikanischen Küste. „Fürdie Zeiten der sächsischen Kaiser wurde Amalfi das,was später eine Zeitlang Venedig für den europäischenHandel war 2 ).“ Die Amalfitaner besaßen nicht nureine blühende Kolonie in Konstantinopel, sondern Nieder-lassungen in allen mohammedanischen Seestädten und,schon vor der Eroberung Jerusalems durch die Kreuz-fahrer, in dieser Stadt dua coenobia et unum xeno-dochium. Allenthalben sehen wir sie in Freundschaftmit den Arabern. Sie übermitteln Europa deren kom-merzielle Fortschritte in rechtlicher und technischerBeziehung. In rechtlicher: Ihre Handels- und See-gesetze, die sog. tabula Amalfitana, finden allgemeinenEingang und werden die Grundlage des späteren Con-solato del mare. Diese tabula Amalfitana aber beruhtauf dem rhodischen Seerecht, wie es durch die Arabervermittelt wurde. Ferner: Sie machen den von den
1 ) H. Leo a. a. 0. L 370.
2 ) Leo a. a. 0.
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