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sollen alle Beziehungen zwischen Käufer und Verkäuferdurch die Liehe geleitet sein. ■ Wer aber eine Wareso teuer wie möglich verkauft, lieht nicht seinenNächsten, sondern nur sich selbst; er verhärtet seinHerz gegen alle vernünftigen Vorstellungen des Käufers.III. Es ist nicht möglich, eine Ware so teuer wie mög-lich zu verkaufen, ohne zu lügen, zu schwören und zubetrügen. IV. Wer so teuer wie möglich verkauft,handelt gegen das Naturrecht, welches sagt: Tue allenMenschen so, wie du wünschest, daß dir getan werde.V. Wer so teuer verkauft als er kann, nutzt die Kennt-nis aus, die Gott ihm, aber nicht anderen gegeben hat,um Gottes Gesetz zu mißbrauchen und seinen Nächstenauszuheuten. Dazu aber gibt Gott nicht größereFertigkeit, Kenntnis und Verstand. Er gibt sie, damitman dem Nächsten helfen und ihn vor den Nachteilenbewahren könne, die ihm sonst seine Unwissenheit,seine Not oder seine Vorliebe bereiten könnte. VI. Alles,was der Mensch tut, soll er tun zur Ehre Gottes; daskann er aber aus den dargelegten Gründen, wenn erso teuer wie möglich verkauft und so billig wie mög-lich kauft, nicht tun. VII. Alles, was er tut, soll ertun im Namen Christi; das kann der nicht tun, derso teuer wie möglich verkauft. Endlich VIII. Alles,was der Mensch tut, soll er tun im Hinblick auf dasjüngste Gericht und auf die Beurteilung, welche seineHandlungen an diesem Tage erfahren werden. Dahersoll niemand allzeit so teuer verkaufen als er könnte,wenn er nicht das Risiko laufen will, wie das Urteilüber ihn an diesem Tage ausfällt.
Kann es etwas Antikapitalistischeres gehen, alsdiese Stelle, an welcher Bunyan die Frage, von derenBeantwortung es'abhängt, oh es erlaubt ist, nachdemgrößtmöglichen Gewinn zu streben — denn davon, daßman zum niedrigsten Preise einkauft und zum höchsten