Messina war, wie wir schon hervorgehoben, die Stadtdes arabischen Siciliens, in der sich die Griechen am zahl-
ren, welche Heinrich Messina verliehen hat. Denn einmal erwähntConstanze im Januar 1298 nur Ein Privileg ihres Gemahls,das sie bestätigt (H. B. I. 4,) dann wird gleichfalls in demDiplom König Jacobs von 1294 nur Eines Privilegs gedacht undgesagt, in ihm habe Heinrich — denn offenbar ist E n r i c i stattF r i d e r i c i zu lesen — dem Hafen von Messina Zollfreiheit gege-ben (quod liceat eis mercimonia, et res quaslibet libere sine aliquadatione per portum ipsius civitatis tarn per mare ! , quam per terramimmittere et extrahere).
Dagegen ist die Urkunde vom 28. October 1194, so wie sie heiGallo. II, G9 vorliegt, offenbar unächt. Ich führe ausser demSchweigen jener oben erwähnten Urkunden und manchen anderenBedenken erregenden Merkmalen nur Folgendes an:
1. Wie in allen gefälschten Urkunden Messinas findet sich auchhier die Angabe, dass der Distrikt von Messina die ganze Nordost-spitze der Insel von Lentini bis Patti umfasst habe. Diese An-gabe wird bis in die römische Zeit zurück datirt, während Pattidoch erst von den Normannen gegründet (zuerst erwähnt 1094) wurde.Die äusserste Grenze des Distrikts bildet eine Linie von der Mün-dung des Cantara bis nach Furnari in der Ebene von Melazzo. Ta-ormina war aber nur vorübergehend von Messina abhängig.
2. Die Bestimmung über die Verjährung: Si quis rem immobilemper annum, mensem, hebdomadam et diem justo titulo et nulla calup-nia interposita possiderit in facie ejus qui petit, per constitutionemregis Guglielmi Secundi divae mcmoriae in civitate obtentam absol-vitur imploratione, welche sich den Statuten Messinas entnommenin denen von Trapani findet, wird hier auf Wilhelm II. zurück- geführt. Nach dem Diplom soll sie von Heinrich VI. herrühren .(Praeterea statuimus ut cuicumque possessionem aliquam per annumunum et mensem unuin et septimanam unum et diem unum tenueritcum justo titulo et sine calumnia et actor praesens fuerit, possessor arespondere ulterius non teneatur.)
3. Die unzweifelhaft ächte Urkunde Friedrichs II. von 1099 enthält ein Privileg für Messina , das der Stadt Abgaben und Han-delsfreiheit wegen ihrer Verdienste um den Kaiser verleiht. H.-B. I.40. Hätte dasselbe Privileg schon Heinrich VI. verliehen , so hättees Friedrich II. nicht mehr zu verleihen nöthig gehabt.
Dass Urkunden Heinrichs VI. im Zeitalter der Humanistenin Messina gefälscht wurden, bewcisst die Urkunde Gallo II. 74 fürdie Familie Porco-Selvaggio, die aus Genua stammte und hierauf Porcius Cato zurückgeführt wird. Die ächte Urkunde ist viel-leicht in der Inschrift erhalten, welche sich im Dom zu Messina findet und über der einst das Bild Heinrichs und der C on-stanze mit ihrem Sohne angebracht war. Ich konnte leider dieselbenicht copiren. Da man in Messina aber auch ganze Inschriften ge-fälscht, in die Erde gegraben und wieder gefunden hat, so ist selbstdieses Denkmal nicht beweisend.