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teil müssen.') Später, wo es nur drei Richter an dercuria des Stratigö gab, von denen der eine bei dem Todedes Stratigö sogar dessen Stelle versah, wurden dieselbenwieder vom Könige ernannt.
Mit diesem Gerichtshöfe sprach nun der Stratigö Rechtüber die Stadt und deren Distrikt. Derselbe umfasste dieOrte um Messina , welche der Krone unmittelbar unter-geben waren — cittä demaniali im Gegensatz zu den ba-ronali — wie Messina selbst. In der Normannenzeit ge-hören nur die Dörfer ganz in der Nähe von Messina unddie Städte Rametta und Melazzo dazu. * 2 ) Erst KönigFriedrich II. erweiterte 1302 deren Gerichtssprengel desStratigö auch auf der Ostküste der Insel und entzog ihn derUnterordnung unter den königlichen Justitiar des Val diDemona. 3 ) In den Diplomen und Gesetzen jener Zeitwird der Stratigö von Messina in der Regel vor dem Ju-stitiar genannt. 4 ) Mit seiner Curie, zu der der Mastro
’) Gallo II. 152. Eidern universitati concedimus, quod Judicesqui pro tempore fuerint in Civitate ipsa eligendi de mandato nostroanno quolibct de universitate eadem esse debeant, tres legistae etduo idiotae; ita qnod tarnen idiotae ipsi legere et scribere sciant, quodeis volumus observare, qui Judices per nostram curiam et officialesipsius de mandato nostro confirmare debeant et de exercendo lega-liter officio judicatus ejusdem ipsi curiae debita sacramenta praesta-bunt. Ich kann eligere nur von der Wahl der Bürger verstehen,gerade so wie in derselben Urkunde später eligere von den Bürgernund confirmare vom Stratigö gebraucht wird. — Die ersten Spuren
von der Wahl der judices durch die Gemeinde kommt in Cefalü, einerbischöflichen Stadt, vor, welcher Ruggiero I. verwilligt, dass dieBürger dem Bischof drei Candidaten zum Richteramt vorschlagen,von denen dann dieser Einen bestätigt.
3 ) Rocco Pirro , Sicilia sacra II. 1030.
’) Di Gregorio, Scriptores rerum Arag II. 437. Gallo ad a.1302. II. 174. Ucber die Rechte, Funktionen, den Sprengel u. s. w.des Stratigö von Messina giebt cs ein ganzes Buch: Ferrarotto,Deila preminenza dell’officio di Stradicö. Venedig 1593 und Cosenza 1071. Dasselbe hat aber nur geringen geschichtlichen Werth. —Für die Benennung des Gericlitssprengels des Stratigö brauche ichwohl kaum anzuführen, dass das, was hier Costretto genannt wird,dem Districtus der oberitalischen Freistädte entspricht, der distrettodagegen dem comitatus. Hegel II. 88 u. f. Im 16. Jahrhundertwar man in Messina sehr stolz auf diesen Distrikt. Von Städten,sagte man, habe nur Venedig und Florenz noch einen solchen.
*) Z. B. Testa, Capitula I. 59.