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im Anschluss an ein Rundschreiben gemacht hat, das ich vorkurzem an die sämtlichen Bundesregierungen gerichtet habe, unddas auch der Kommission zur Kenntnis gebracht worden ist.
Wir wollen uns nicht verhehlen, dass in diesem Punkte dieDinge nicht so einfach liegen, dass sich ohne weiteres über dieMassnahmen, die ich noch erläutern werde, der Stab brechenlässt. Wir haben von Anfang an bei unseren Anweisungen tüberdie Gewährung der Familienunterstützung den Stellen, die überdie Bedürftigkeit zu entscheiden haben, zur Pflicht gemacht, dabeiohne Engherzigkeit zu verfahren. Das gilt insbesondere .auch,soweit die Anrechnung von Arbeitsverdienst in Betracht kommt.
Auf der anderen Seite sind wir nicht in der Lage, zuzusehenund es ruhig geschehen zu lassen, dass zahlreiche Frauen undJugendliche, die arbeiten können, auf Grund der Familienunter-stützung, die ihnen gezahlt wird, nicht arbeiten. Die Klagendarüber, dass das geschieht, sind nicht gering, sondern zahlreichund haben sich in den letzten Monaten noch vermehrt, währendgleichzeitig die Notwendigkeit, jede verfügbare Arbeitskraft auchwirklich verfügbar zu machen, sich gesteigert hat. Es sind unsdarüber Klagen von Leuten zugegangen, deren soziales Empfindenüber jeden Zweifel erhaben ist, bei denen jeder Gedanke, als pbes sich um die Ausnutzung von Arbeitskräften zu selbstsüchtigenPrivatzwecken handele, von vornherein ausscheiden muss.
Dieser Gedanke hat selbstverständlich auch mir und derReichsleitung bei dem Rundschreiben, das wir über diese schwie-rige Frage haben hinausgehen lassen, ferngelegen; ich lege Wertdarauf — mit Erlaubnis des Herrn Präsidenten —, den Wortlaut!des Rundschreibens zu verlesen. Ich glaube, dass er in denKreisen, wo heute vielleicht noch Zweifel bestehen, diese Zweifelbeseitigen wird. Das Rundschreiben, vom 7. März d. J. datiert,lautet folgendermassen:
Die Reichsleitung hat stets den Standpunkt vertreten undzu wiederholten Malen eindringlichst darauf hingewiesen, dassbei Prüfung der Anträge auf Familienunterstützung weitge-hendes Wohlwollen gezeigt und jede Engherzigkeit vermiedenwerden solle. An dieser Auffassung hat sich nichts geändert.Auch jetzt noch wird es für unbedingt erforderlich erachtet,