— 8
schwere Pflicht getan; sie kamen auch aus des Reihe» unserer Trup-pen, die vier Jahre hindurch mit ihren Leibern das Vaterland ge-schützt hatten; sie kamen vor allem aus den Etappen, wo der langeKrieg die Unzufriedenheit am meisten wachsen ließ. Es war,wie wenn das Licht des ersehnten Friedens, das unserm in Heerund Heimat schwer kämpfenden, schwer arbeitenden und schwer lei-denden Volk von gewissenlosen Agitatoren vorgespiegelt wurde, alsje» es zum Greifen nah, wenn das Volk selbst nur danach greifenwollte, — es war, als ob dieses Licht die Augen blendete und dieSinne verwirrte.
Selbst heute noch, nach den Erfahrungen der Waffenstillstands-und Friedensverhandlungen zuckt und windet sich ein großer Teilunseres Volkes in diesen Wahnvorstellungen, als solle e>s keineGesundung geben. Und es wird keine Gesundung geben, keine Hoff-nung auf ein Wiederaufrjichten, auf ein Wiederanfbanen, solangedieser furchtbare Spuk nicht verscheucht und der Bann, in den erdas deutsche Volk geschlagen hat, nicht gebrochen ist.
Darum lassen Sie mich dem Uebel bis in seine Wurzelsasernnachgehen!
Den entscheidenden Antrieb haben die verhängnisvollen Wahn-ideen erhalten in den parlamentarischen Vorgängen des Juli 1917,die zu der vielberufenen Friedensresolution desReichstags führten. Von den Verl ^andlungen des Hauptaus-schusses des Reichstags ausgehend, erschütterte zum erstenmal ein hef-tiger Stoß das deutsche Vertrauen in die Möglichkeit des Durchhaltensund verbreitete sich der verhängnisvolle Glaube, daß unsere Feindefür eine gütliche Verständigung zu haben wären, daß jedoch unsere hei-mischen Gewalten durch den Druck des Volkes und der „Mehrheitspar-teicn" des Reichstags zu einer solchen Verständigung gezwungen werdenmüßten. An die Friedensresolution knüpfte alles weitere an, so-wohl die defaitiftisch - pazifistische Agitation wie auch die revo-lutionäre Propaganda in Heimat und Heer.
Es war der damalige Abgeordnete und heutige Reichsfinanz-minister Erzberger , der den ersten Streich führte. In derSitzung des Hauptausschusses vom 6. Juli 1917 machte er den imInland und Ausland die größte Sensation erregenden Vorstoß, derdann mit der Resolution des Reichstags vom 19. Juli seinen Ab-schluß fand.
Herr Erzberger, dem leider vom Kanzler wie vom AuswärtigenAmt in Dingen der auswärtigen Politik eine Vertrauensstellungeingeräumt worden war, wie sie niemals bisher ein Außenstehendergehabt hat, machte diesen für die politische Führung des Kriegesso folgenschweren Vorstoß, ohne vorher die Reichsleitung von seinerAbsicht zu unterrichten, ja ohne auch nur seiner eigenen Parteidiesen Vorstoß anzukündigen. Er hat die verantwortlich« Leitung