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Die Entstehung des Weltkrieges im Lichte der Veröffentlichungen der Dreiverbandmächte / von Karl Helfferich
Entstehung
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Dans le cas l'escadre allemande franchirait le dé-troit ou remonterait la Mer du Nord pour doubler les îlesbritanniques, dans le but d'attaquer les côtes françaises oula marine de guerre française et d'inqiétier la marine mar-chande française, l'escadre anglaise interviendrait pourprêter à la marine française son entière protection, en sorteque, dès ce moment, l'Angleterre et l'Allemagne seraient enétat de guerre." (Falls das deutsche Geschwader in denKanal einfahren oder die Nordsee passieren sollte, um diebritischen Inseln zu umschiffen, in der Absicht, die franzö-sischen Küsten oder die französische Kriegsflotte anzu-greifen und die französische Handelsflotte zu beunruhigen,würde das englische Geschwader eingreifen um der fran-zösischen Marine seinen Schutz zu gewähren, in der Art,dass von diesem Augenblick an England und Deutschland sich im Kriegszustand befinden würden. (Gelbbuch No. 143).

Bei der erstmaligen Abgabe der Erklärung fühlte sich SirEdward Grey verpflichtet, folgende Erläuterung zu geben: die eng-lische Regierung habe sehr weite Fragen und schwierige Ausgangs-punkte in Betracht zu ziehen und sie fühle, dass sie nicht bindenkönne, Deutschland notwendigerweise den Krieg zu erklären, wennzwischen Frankreich und Deutschland der Krieg ausbreche; aberes sei wichtig für die französische Regierung, deren Flotte seit lan-gem im Mittelländischen Meer konzentriert sei, zu wissen, wie sieihre Dispositionen wegen ihrer gänzlich unverteidigten Nordküstezu treffen habe. Deshalb habe sich die britische Regierung für ver-pflichtet gehalten, die mitgeteilte Erklärung zu geben. Diese Er-klärung verpflichte England nicht, in den Krieg mit Deutschland einzutreten, wenn nicht die deutsche Flotte die in der Erklärung insAuge gefassten Aktionen unternehme. (Blaubuch No. 148).

Dieser Kommentar zeigt, in welchem Mass die formell nichtbindenden Abmachungen zwischen Frankreich und England mate-riell Verpflichtungen darstellten. Nur auf Grund des zwischen denenglischen und französischen militärischen und maritimen Auto-ritäten verabredeten Operationsplanes, der für den Kriegsfall dieHandlungsfreiheit der beiden Regierungen nicht binden sollte, wardie französische Flotte im Mittelmeer konzentriert worden. Jetztfühlte sich das britische Kabinett durch diese Konzentration gezwun-gen, den Schutz der französischen Nordküste und der französischen Handelsflotte zu übernehmen und dieserhalb eventuell in den Kriegs-zustand gegenüber Deutschland einzutreten.

Wenn also in der Zeit vom 2. bis 4. August deutsche Kriegs-schiffe sich hätten beikommen lassen, sei es die Strasse von Calaiszu passieren, sei es durch die Nordsee zu fahren, so wäre es, da