Ernährungsminister über die Zwangswirtschaft abgegeben hat.(Sehr gut! bei den Deutschnationalen.)
Ich freue mich, daraus zu entnehmen, daß, wenn er vielleichtauch unserem Antrage, die Zwangswirtschaft bis auf Brotgetreideund Milch aufzuheben, jetzt noch nicht im vollen Umfange stattgibt,er doch auf dem Wege zu diesem Ziele ist und ich hoffe, daß diesesZiel bald erreicht werden kann. (Bravo ! bei den Deutschnationalen.)
Aber ich möchte darum bitten, daß auf den Gebieten, aufdenen die Zwangswirtschaft aufrechterhalten bleibt, auf denen diestaatliche Bevormundung noch weiter in Kraft bleibt, die staatlicheBevormundung wenigstens vernünftig gehandhabt wird. (Sehrrichtig! bei den Deutschnationalen.)
Was wir vorhin gehört haben, die Antwort auf die AnfrageNr. 1, spricht nicht für eine solche vernünftige Handhabung. (Sehrwahr! bei den Deutschnationalen.)
Die Antwort, die der Herr Regierungsvertreter gegeben hat,war ja sehr lang und sehr kompliziert, aber sie kam doch daraufhinaus und hat doch-Klipp und klar demjenigen, der zuhörte, be-stätigt, daß in einer Zeit, in der das Syndikat der deutschen Tuch-fabrikanten große Lieferungen anbietet, um Aufträge bittet, umArbeit für seine Arbeiter bittet, ein Auftrag von 400 MO Meternnicht an das Syndikat der deutschen Tuchfabrikanten vergebenwird, die 170 Mark pro Meter verlangen, sondern daß dieser Auf-trag in einer geradezu unbegreiflichen Weise zu einem Preise von275 Mark, also zu 105 Mark mehr, nach England gegebenwird. Das sind 42 Millionen Mark Mehrkosten für das Reich,ganz abgesehen davon, daß unsere Fabriken feiern dürfen, währendwir den Engländern Arbeit zuführen. (Lebhafte Rufe bei denDeutfchnationaleni Hört! Hört!)
Das sind Dinge, die unter allen Umständen unmöglich seinmüßten. (Sehr richtig! bei den Deutschnationalen. — Zuruf vonder Bayerischen Bolkspartei: 10 Prozent machen 8 Millionen!)
Dann noch etwas anderes. Ich Höre, daß, während dieTeigwarenfabriken in Deutschland, die Tausende von deutschen Arbeitern beschäftigen, stilliegen und nicht die Erlaubnis be-kommen, das Mehl einzuführen, das für die Fabrikation not-wendig ist, jetzt im großem Umfange ausländische Teig-
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