ja, ich billige Ihnen zu, daß Sie nur, um Ihre wertvolle Person demVaterlande zu erhalten, es vorgezogen haben, am 13. März")Berlin aus einiger Entfernung sich anzusehen. Aber dann sprechenSie bitte nicht mehr von «Deserteuren". (Große Heiterkeit undsehr gut! rechts. — Zuruf von den Sozialdemokraten.)
Meine Damen und Herren! Ich schließe damit diese Gegen-bemerkungen, die ich hier nicht gern gemacht habe, und wende micheinem Gegenstands zu, der unmittelbar auf der Tagesordnung steht,nämlich zu der Interpellation über die
Entwaffnung.
Wir sind erfreut über die guten Resultate der freiwilligen Waffen-abgäbe. Ich stehe nicht an, zu erklären, daß die Zahlen, die ver-öffentlicht worden sind, unsere Erwartungen in mancher Beziehungübertreffen haben. Der Reichskommissar für Entwaffnung hatden zweiten Teil seiner Aktion, die zwangsweise Erfassung der nochvorhandenen Waffen, angekündigt. Wir verlangen und erwarten,daß bei dieser Aktion der Reichskommissar zunächst dort zugreift,wo sich noch Waffen in den Händen von Leuten befinden, die nachihrem eigenen Bekenntnis — solche Bekenntnisse haben wir sogarvon dieser Stelle gehört — einen neuen gewaltsamen Umsturz zumZweck der Errichtung der sogenannten Diktatur des Proletariatserstreben. (Sehr wahr! bei den Deutschnationalen. — Lachen beider U.S.P.)
Wir verlangen und erwarten weiter, daß nach den ganz klarenBorschriften des Gesetzes mit der Entwaffnung gegen einzeln ge-legene Gehöfte und Wohnstätten erst dann vorgegangen wird, wennfür einen ausreichenden Schutz dieser Gehöfte und Wohnstättengesorgt ist. (Hört! Hört! bei den Sozialdemokraten und der U.S.P.)
Za, meine Damen und Herren, zwischen Ihnen und uns bestehteben der Unterschied, daß wir auf dem Boden des Gesetzes stehenund Sie nicht! (Große Heiterkeit bei den Sozialdemokraten undbei der U.S.P.)
Meine Damen und Herren! Wenn Sie beftreiten wollen,daß auf Ihrer Seite die Gewalt gepredigt und auf Waffen hinge-
*) Am Tage des Kapp-Putsches hatte Herr Müller, damals Reichs-minister des Auswärtigen, mit den meisten anderen Mitgliedern der Reichs-regierung Berlin verlassen,
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