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Reichstagsreden 1920 - 1922 : mit einem Anhang: Reden vom 12. und 14. November 1919 vor dem Untersuchungsausschuß der Nationalversammlung / von Dr. Helfferich
Entstehung
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jungen in frembe Spinaen 3U tun hat, weiß, baß es ganä unmöglich ift,eine oollfommene Uebereiuftimmung eines bteifpradijigen lejtes hersuftellen.3dj !ann nidjt anerfennen, bafe bie Bemängelungen bes §erm 3lbgeorbnetenSjelfferich gegen biefe 2lrbeit 3utreffen. 3<h xoeiö aud) nicht, roeldjes 3nteteffeer oon feinem Stanbpunft hat, f)icr bie Behauptung aufäuftellen, bie beutfdjeRegierung habe roeitetge^enbe 3ufagen abgegeben, als es bei beutle Xejtber ÜRoten ergibt. (Sehr gut! im 3entrum unb bei b. Seutfcheit Demofraten. 2lbg. Dr. £elfferich: 3$ habe gefragt!)

3>et ©eift ber oerfchiebenen Spraken unb bie lleblid)feiten in benSormen bei ben »erfdjiebenen Völfetn fönnen 3U Nuancen int 9lusbrucfführen, bie bei roörtlidjer Ueberfetjung Verfchiebenes 3U bebeuten fcheinen,obroohl fie fadjlidj basfelbe meinen. Das ift jebem befannt, ber mit biefenSingen 3U tun gehabt hat. (3lbg. Dr. §elfferic^: Sie fönnen bodj franäöftfif)!)

ftun hat ber $err 2lbgeorbnete fjelfferidj fidj im einseinen noch 3U bergrage ber gina^fontrolle gemanbt unb Ijier feinere Vorroiirfe erhoben.Er hat sunädjft roenn ich nicht irre, aud) ben Vorrourf -erhoben, es märe überbiefe Srage im Slusroärtigen Stusfchufo unooHftänbig ober irreführettb be=rietet roorben. 3 <h tuufj mich nachbriidlidj gegen eine foldje Behauptungroenben. 3 <h habe im Slusroärtigen 2lusf<hu& über biefe grage berietet, aus*brüdlid) bie brei SBoxbefialte hervorgehoben unb habe über ben Sinn berginanälontrolte nach meiner Uebet3eugung feinen 3roeifel gelaffen. 3<h fehebiefe Singe mit anbeten Slugen an als ber §err 2lbgeorbnete Sjelfferid).3tf) mufj es mir aber oerfagen, im gegenroärtigen Slugenblitf' auf Ginäel*Reiten tjier einjugehen. Stur bas eine mufj id) mit allem 9tad)brucf betonen:roir haben bie brei Vorbehalte gemalt: Äein 2lntaften ber SouoeränitätSeutfchlanbs, feine Störung bes geregelten (Sanges ber Verroaltung unbfeine Verlegung bes Steuergeljeimniffes. Siefe Vorbehalte finb ausbrürflichgemalt. Sßenn ber $err Slbgeorbnete Jjelffericf) hier ftarfe 3u>eifel an ber9Jtöglid)feit biefer Vorbehalte äußert, fie einen Seemen nennt, bann abergl<ei<f)3eitfg bie ©rroartung ausfpridjt, bafj bie beutfche Regierung biefenSchemen 3ur SBirflichfeit madjt, fo fdjeint mit bodj in biefer oon ihm felbftausgefprodjenen Hoffnung eine gero-iffe 3ieoifion feinet erften 5luffaffung 3Uliegen. (Sehr ri(f)tig! bei ben Seutfdjen Semofraten.)

2Bir roerben bafiir forgen, baf? biefe Vorbehalte nicht auf bem Vapierftehen bleiben, unb ich fann nur hi"3ufügen, bafj biefe brei Vorbehalte foau&erorbentlid) roidjtig unb grunbfä^lidjer 9?atur finb, ba& es auf ihter©runblage butchaus möglich fein roirb, bie Verljanblungen mit bemffiarantiefomitee 3u einem auch für uns i" ieber SBeife erträglichen 6r=gebnis 3U führen.

3 <h barf fchliefjlidj noch ermähnen, bafi biie Verhanblungen mit bem©arantiefomitee bisher einen burdjaus ruhigen unb fadjltdjen Verlauf ge=nomrnen haben. Sßir roerben auf ber hier fEiagierteri ©tunblage bie Ver*hanblungen roeiterfühten unb im übrigen fortfahren, auf bem SSoben einerfachlich möglidjen unb pofitio gerichteten Voliüf bie roohloerftanbenen 3 n t er =

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