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Die Silberenquete : Eine Auseinandersetzung mit Ludwig Bamberger / Von Otto Arendt
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Namen des Herrn von Kardorff oder, wie er sich manchmalausdrückte, auch im Namen von Deutschland Erklärungen ab-zugeben. (Heiterkeit.) Ja, meine Herren, das ist keine Ueber-treibung. Herr Dr. Arendt hat auf diesem Kongreß unter

anderem gesagt-(Zuruf rechts.) Ich kenne Herrn

Dr. Arendt von seiner Nniversitätszeit her; ich werde ihn nichtin einer Weise angreifen, die mir eine Blöße giebt; darüberkönnen Sie ganz ruhig sein! Ich sage ja: er ist Ihr Führer;das Meiste, was sie wissen, ist von ihm (Heiterkeit.)

Herr Or. Arendt sagte damals unter anderem, er seivon Herrn von Kardorff beauftragt, zu erklären, wennFrankreich den Bimetallismus annehmen wolle, so werdeDeutschland bereit sein, den Freihandel einzuführen. (Heiterkeit.)Wie er die Franzosen gekannt hat, daß er sie damit lockenwollte, ihnen den Freihandel zu verheißen! (Heiterkeit.)

Aber, meine Herren, das ist nur Nebensache. In dieserErklärung sagte Herr Dr. Arendt aus, daß die Parteigänger,die Anhänger des Bimetallismus, reüsfirt hätten, den Verkaufder Thaler im Jahre 1879 zu sistiren. (Hört! hört! links.)Hier bringt er das als Verdienst auf, was er jüngst alsvon ihnen ausgegangen bestreitet. (Hört! hört! links.)

Das ist nur wieder ein Beleg für die Art, wie die Herren mitThatsachen umspringen, nicht bewußterweise, sondern weilsie bei einem so wechselvollen dialektischen Spiel ein so gefälligesGedächtniß haben, das sich immer den Bedürfnissen des Augen-blicks anpaßt. (Große Heiterkeit.)"

In völlig zutreffender Weise hat der Abg. von Kardorffsogleich in einer persönlichen Bemerkung den Scichverhalt klargestellt, indem er sagte:

Meine Herren, ich habe nur eine persönliche Bemerkungdem Herrn Abgeordneten Or. Bamberger gegenüber zu machen.Der Herr Abgeordnete Bamberger hat behauptet, Or. OttoArendt hätte sich auf einem gewissen Pariser Kongresse baldals mein Vertreter gerirt, bald als Vertreter des DeutschenReichs. Meine Herren, Herr Dr. Arendt, den der Herr Ab-geordnete Dr. Bamberger, obwohl jener nicht anwesend ist, sichnicht gescheut hat anzugreifen, wie ich konslatiren muß, istdamals nicht in meinem Namen hingeschickt worden, sondern imAuftrag des Deutschen bimetallistischen Vereins, dessen Vor-sitzender ich war. So wird es wohl gekommen sein, daß er