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Die Silberenquete : Eine Auseinandersetzung mit Ludwig Bamberger / Von Otto Arendt
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Es ist danach nicht wahr, daß ichals Abgeordneter desHerrn von Kardorff", wie ich michausdrücklich quali-fizirte", in Paris erschien undim Namen des Herrn vonKardorff" oderim Namen von Deutschland " Erklärungen ab-gegeben habe. Ich begann vielmehr meine Rede damit, daßich mich als delegirt von dem deutschen Bimetallistenverein vor-stellte von Herrn von Kardorff aber sprach ich nicht weiter,als daß ich einen von ihm verfaßten Brief zur Verlesungbrachte. Daß ich von Herrn von Kardorff den Auftrag gehabthätte, zu erklären, wenn Frankreich den Bimetallismus annehmenwolle, so werde Deutschland bereit sein. den Freihandel einzu-führen auch davon ist nichts in meiner Rede zu finden.Nur anknüpfend au eine Aeußerung meines Vorredners, desDikrektors der Bank von England Grcnfcll, habe ich meine auchin meinen Schriften wiederholt dargelegte Anschauung über denursächlichen Zusammenhang zwischen Schutzzoll und Goldwährungzum Ausdruck gebracht.

Es ist endlich in meiner damaligen Rede nicht gesagtund das bildet den Ausgangspunkt der ganzen BambcrgerschenBeweisführungdaß die Anhänger des Bimetallismusreüssirt hätten, den Verkauf der Thaler 1879 zu sistiren"der Widerspruch, den Herr Dr. Bamberger zwischen meinenPariser Aeußerungen und meinen Ausführungen im Abgeordneten-hause vom 4. März gefunden hat, besteht nicht. Ich sagte in Paris uous sorarll.68 ^arvsiius ä, siupsolmr iackslnoiiktisnlion clssDlialsrs" am 4. März sagte ich, daß die Suspension der Silber-verkäufe ohne bimetallistische Agitation erfolgt sei, ich hatte hierbeilediglich den historischen Verlauf im Auge, denn meiner Ueber-zeugung nach wäre es nicht ein Verschulden, sondern ein Ver-dienst, wenn die deutschen Bimetallisten die Suspension derSilberverkäufe durchgesetzt hätten. Allein thatsächlich beginnteine bimetallistische Bewegung in Deutschland erst mit demAugenblick, wo die Einstellung der Silberverkäufc bekannt wurde.Seitdem haben sich die heftigsten Kämpfe zwischen den beidenWährungsparteien hauptsächlich um die Wiederaufnahme derSilberverkäufe gedreht. Noch 1880 wurde ein Versuch durchVermehrung der Silberscheidemünzen die Thaler zu beseitigendurch die Bimetallisten vereitelt, und ich konnte deshalb in Paris kurz und knapp aussprechen, daß die Bimetallisten wohl dieBeseitigung der Thaler zu verhindern vermochten, aber nicht