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sischen, in der Geschichte und im Italienischen (Nebenfach)das Prädicat vorzüglich, in der Mathematik und Naturkundesehr gut erhalten. Sein Talent und sein Betragen wird alsvorzüglich bezeichnet. 1 )
Obwohl die Mainzer sich noch nicht so recht als Unter-thanen des Grossherzogs von Hessen fühlten, verstand es sichdoch für sie fast von selbst, dass, wenn einer von ihnenstudiren wollte, er in den ersten Semestern die Landesuni-versität Giessen besuchte. Diese Hochschule, damals durchJ. Liebig weltberühmt, erfreute sich sonst keiner besondershervorragenden Lehrkräfte. Die Stadt selbst war, wie Bani-berger sich ausdrückt, damals „ein abscheuliches Nest, vonaller Cultur unberührt“. Die Sitten der Studiosen und dieZustände innerhalb der Professorenschaft sind aus den drasti-schen Schilderungen, die Karl Yogt in seiner Selbstbiographievon ihnen entworfen hat, bekannt genug. Bamberger schildertsie mehr von ihrer humoristischen Seite, findet aber an ihnenim Gegensatz zu dem heutigen Universitätsleben mancherleiLobenswerthes, hat der Stadt und Universität ein gutes An-denken bewahrt und sie zwanzig Jahre später einmal mitseiner Frau aufgesucht. Denn es reizte ihn, den Ort wiederzu sehen, „an dem er die ersten anderthalb Jahre seinerStudienzeit in eigentümlicher und zugleich in bestimmenderWeise für seine eigene künftige Geistesrichtung zugebrachthatte“. Diese Einwirkung auf ihn ging nicht von den Lehrernder juristischen Facultät aus, obwohl deren Collegien pünkt-lich besucht und in ihnen fieissig nachgeschrieben wurde.Man kann auch nicht sagen, von den Professoren der philo-sophischen Facultät, wenn auch die Vorlesungen J. Hillebrandsgehört wurden. Bamberger „dürstete“ wie einige Freunde,,die von der Schule her politisch und radikal aufgelegt waren,,allerdings vor Allem „nach philosophischer Erkenntniss“. Sie
') Unterzeichnet ist dieses glänzende Zeugniss, dessen Abschrift ichder Freundlichkeit des heutigen Herrn Gymnasialdirektors G. Weihrichverdanke, von dem Oberstudienrath Dr. J. Hillebrand, dem Vater KarlHillebrands, der als Giessener Professor das Examen leitete, und vondem Oberstudienrath L)r. Steinmetz, dem Direktor des Mainzer Gymnasiums..