27
drückte ihm die Feder in die Hand und er schrieb anonymeine Broschüre: Juchhe nach Italia!, die leidenschaftlichsteStreitschrift, die Bamberger verfasst hat. „Das böse PrincipDeutschlands“, die österreichische Hausmacht und alles, wasmit ihr zusammenhängt, „die Vielherrschaft, die Zerstücke-lung, die Dunkelheit, der Jesuitismus, der Rückschritt unddie Ludenvirthschaft des patriarchalischen Polizeistaates“ wirdhier in Tönen angegriffen, die kaum jemals so schrill undscharf vernommen worden sind. An diese Broschüre knüpftesich natürlich eine literarische Polemik, die im weiteren Fort-gange zu dem -Entschlüsse führte, ein periodisch erscheinendesOrgan zur Belebung der öffentlichen Meinung in Deutschland nachder demokratischen Seite hin ins Lehen zu rufen. In Verbin-dung mit seinen Pariser Freunden Ludwig Simon, Moritz Hart-mann und H. B. Oppenheim, denen sich dann rasch andereanschlossen, wurden die „Demokratischen Studien“ gegründetund zur Herausgabe derselben L. Walesrode gewonnen. Dadieser sich wenig geeignet erwies, eine derartige Sammel-schrift zu redigiren, und II. B. Oppenheim nach Berlin zurück-gekehrt war und sich anschickte, die „Deutschen Jahrbücher“herauszugeben, so liess Bamberger die „DemokratischenStudien“ fallen und betheiligte sich an dem neuen Unternehmen.Seine erste Arbeit über die später von ihm mit so grossemFrfolge behandelte „Gold und Silberfrage“ veröffentlichte erliier in jener Zeit. Zahlreiche andere Aufsätze haben einenNeudruck in den „Gesammelten Schriften“ gefunden. Damitaber nicht genug, lieferte der deutsche Bankier noch an dieAnfangs der sechsziger Jahre entstandene und von AugustNefftzer geleitete Tageszeitung „Le Temps“ und an die „Re-vue moderne“ Artikel literarischen und politischen Inhalts.Der alte Eifer und die Sehnsucht nach politischer Thätigkeitwar wieder ganz über ihn gekommen. „Was ist das Lebenohne Geisteskampf?“ frug auch er sich, wie einer seiner sichkümmerlich in Frankreich durchschlagenden Schicksalsgenossen.Da mm aber sich in Frankreich an dem öffentlichen Lebenzu betheiligen, gar nicht in der Geistesrichtung Bambergerslag, selbst wenn es für ihn möglich gewesen wäre, so musste