abgeschlossen hatte: „In Paris sitzt die Romantik katholischenGeblüts, in Versailles , d. h. im deutschen Hauptquartier, derRadikalismus eines Emporkömmlings. Paris ist die Bastille,die gestürmt wird, Favre und Gambetta die Legitimität,Wilhelm und Bismarck die Revolution. Das klingt paradox,ist aber doch so“ 1 >, als ob dieser Mann, der noch dazu demmosaischen Bekenntnisse durch seine Geburt angehörte , jehätte glauben können, es zu einer äusserlich hervorragendenStellung im deutschen oder preussischen Staatsdienste zubringen! Ferner hatte er Bismarcks Art, die .Menschen zubenutzen und wegzmvcrfen, früh genug erkannt und wusste*nur zu wohl, dass der Reichskanzler in Personentragen mitnickten Alles bei dem Kaiser Wilhelm durchsetzen konnte.Nach dieser Richtung hin lag sicher Bambergers Ehrgeiz nicht.Und wenn man entgegenhält, dass noch klügere Leute als ersich in der Beurtheilung ihrer persönlichen Stellung geirrt undüber nahe liegende Hindernisse hinweg gesehen hätten, sodarf man das dem kühlen, kritischen und ganz unabhängigenManne, den der Machtbesitz nie schwindlig gemacht hatte,nicht Zutrauen. Richtig ist, dass er stets viel lieber den Staats-wagen mit der Regierung den Berg in positiver Mitarbeithätte hinaufziehen helfen, als bei der Thalfahrt als Hemm-schuh zu dienen und sich zerreiben zu lassen. Aber er wolltelieber sich und den Interessen des Reiches, wie er sie ver-stand , treu bleiben, als mit dem Strome schwimmen. Erwusste sich hierbei mit Anderen zu trösten, denen es nichtbesser als ihm ergangen ist. Nur auf seine sociale Stellungin den besten, wenn auch nicht ofüciellen Kreisen Berlins legte er in den späteren Jahren noch Werth. Und auf siekonnte er eben so stolz sein wie auf sein Ansehen im Reichs-tage. Er galt als einer der am aufmerksamsten gehörtenRedner des Hauses. Sprach er auch zu verschiedenen Yer-handlungsgegenständeu stets eingehend und sachkundig, sobeanspruchte er doch für sich ausdrücklich nur in zwei aller-dings wichtigen Fragen vollkommene Oompetenz: in den
') Zur Naturgeschichte des französischen Krieges. S. t)4.