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Geschichte der Buchdruckerkunst in ihrer Entstehung und Ausbildung : Ein Denkmal zur vierten Säcular-Feier der Erfindung der Typographie ; Mit einer reichen Sammlung in Holz und Metall geschnittener Facsimiles der seltensten Holztafeldrucke, Nachbildungen von Typen alter berühmter Officinen und Proben von Kunstdrucken nach den neuesten Erfindungen unserer Zeit / von Dr. Karl Falkenstein, Königl. Sächs. Hofrathe und Oberbibliothekar, ...
Entstehung
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Uiblia Pauperum. Uelial oder der Trost der Sünder.

Heinccken, Camus, Sprenger, Dibdin und Eberthaben dies Kleinod beschrieben. Die wenigen Erem-plare sind zu Wolfenbüttel, Paris (in der könig-lichen Bibliothek) und in der unvergleichlichenSammlung dcö Lords Spencer.

Beifolgende Nachbildungen werden den Ver-gleich mit den xylographischen Ausgaben der deut-schen Armenbibel erleichtern und zugleich eine Vor-stellung vom Bild - und Schriftcharakter geben.

SrtmKKauhMwim

ö i li l i ll p a u p e r u IN.

Wahrscheinlich 1462 gedruckt.

In der Anlage des Druckes, sowie in der Aus-stattung der Holzschnitte mit dem vorigen Werkeganz gleich. Der einzige Unterschied bestehet darin,daß der Text hier in lateinischer Sprache, obwolmit den nämlichen Typen, gedruckt ist. Welche vonbeiden zuerst vollendet worden, dürste schwer zuermitteln sein. Das einzige Eremplar besitzt LordSpencer. Diese typographische Leistung der dentschcnund lateinischen Armenbibcl, deren Seltenheit demfrüheren hanfigen Gebrauche iu Kloftcrschulcn zu-geschrieben werden mag, liefert den besten Beweis,daß Albert Pfistcr sowol als Dichter wie als Form-schncider, Schristgießer und Buchdrucker für seineZeit Erstaunuugswürdiges geleistet hat.

Bclia! oder der Trost der Sünder;

in deutscher Spracheohne Angabc des Jahres (1462?).

Wahrscheinlich die erste Ausgabe dieses sehr oftund in vielen Nebersetzungen gedruckten Buches desIacobus de Thcramo, welches Bclial's Klage gegenJesum vor dem Throne deö Allerhöchsten oderdierechtliche Ueberwindung cristi wider sathan" zumGegenstände hat, zahlt 90 Blatter in klein Foliomit je 23 Zeilen ans der vollen Seite, ohne Blatt-zahl, Custoden und Signaturen. Es beginnt aufBlatt 1". ohne Ueberschrift mit einem 17 Zeilenlangen Inhaltsverzeichnisse und den Worten:Vonder Feit der gedonten urteil." Blatt 1". ent-halt eine Erklärung der Citate und Abbreviaturen.Der Tcrt fangt auf dem zweiten Blatte an: ,,(I)ndem iminc der heilige und ungeteilte driunltikeitund vnser trauen der ewige meidt. Ich gedachthan ich wolle mich versuche oli ich zu teutsch mecht»ringen das puchlcin das da betrachtet ob ihesusumrie sun das recht hab gehabt das er die hellevnd de teufet hab beraubt vnd dovon setzet er)langes Kriegisch recht" u. s. w. Die Typen sindidentisch mit jenen der 36zeiligcn Bibel und fast