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Schöffer kann zugleich als der erste deutsche Buch-händler gedruckter Werke augesehen werden, denner handelte auch mit den Ausgaben anderer Drucker.In der königlichen Bibliothek zn Paris befindet sichein Exemplar von
Joannis Scoti in quartum librum senten-tiarum opus anglicanum, Aiirnb., Ko-burger, 1474. in Folio,auf dessen letzter Seite er mit eigener Hand schrieb:„Ego Petrns Schocsser imprcssor tibrorum mo-guntinus recognosco me rccepisse a vcnera-bile magistro Joanne Henrici cantore xisicnsi(psrislensi) tria scnta pro pretio hu^us libriquod zirotestor manu nropria."das heißt:
„Ich Peter Schöffer, Buchdrucker von Mainz ,bekenne von dem ehrwürdigen Herrn JohannHenrici, Cantor in Paris , drei Thaler alsPreis dieses Bnchcs erhalten zu haben, was icheigenhändig bekräftige."Dieser Geschäfte halber hielt er sich auch öfters inFrankfurt a. M. auf, woselbst er im Jahre 1479als Bürger aufgenommen worden.
Schöffer druckte Manches ohne seinen Namenzn nennen und erwarb sich cmch als Schriftschncidcrund Gießer durch unausgesetzte Thätigkeit bis ansein Ende große Verdienste. So gingen nachdem Urtheile Einiger Bernhard von Brcydenbach'S„heilige Nensen" unter Ncuwich'S Leituug ausseiner Osficin hervor. (Siehe das Nähere weiternnten bei „Nenwich".) Er kann auch als Er-finder der bis auf die neneste Zeit angewendeten„Schwabacherschrist" angesehen werden. „Drei)-dcnlmchs Neisen" und die „Croncckcil der Sassen"sind die ersten Bücher, welche mit dieser Typcn-gattung gedruckt worden sind.
Von dem Jahre 1493 an erschienen gegen diefrühere Zeit anffallend wenige Druckwerke ausPeter Sehöffer's Osficiu. Wahrscheinlich gestatteteihm sein von dem Kurfürsten zu Mainz ihmübertragenes Nichteramt nicht, sich so thätig, wievorher, mit der Druckerei zu befassen. Vielleichthatte ihm wol auch die von dem Kurfürsten Bert-hold im Jahre 1486 eingeführte Censur das Druck-geschäft weniger angenehm und einträglich gemacht.