St. Alban. — Cambridge.
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sogar für auswärts und zwar zu Cöln entstandeneWerke Theodor Rvod's. Noch wird JohannesScolar, wahrscheinlich ebenfalls ein Deutscher, Na-mens Schüler, unter Oxfords frühesten Druckerngenannt. Von 1486 an bis 1517 kennt man keinBnch mehr, welches in Orford gedruckt wäre. Nachdem Jahre 1519 tritt wieder eine Lücke ein, bisunter der Regierung der Königin Elisabeth eineneue Presse auf Kosten des Grafen Leicester's er-richtet ward, auS welcher 1585 „loliuun!« L->.^i sne-culum inoiilüum «juaeslionum in ^Vi'istnteüs I5tl>!cüm"in 4. hervorging. Joseph BarncS war der Drucker.Nach Begründung des Shcldoii'schen Theaters imJahre 1669 wurden fünfzig Jahre hindurch trefflicheAusgaben der Classiker in dieser Werkstatt, alsder eigentlichen Officin der Hochschule, vollendet.Erst 1759, nachdem Clarendon's DruckhauS schon46 Jahre bestanden hatte, verschwindet auf denOrfordcr Büchern der Beisatz: l'lieatro 8l>el-<lo»!-,n<>." Das erste aus der Clarendon-Pressehervorgegangen? Blatt war der Bogen mit derSignatur „2" im dritten Alphabete von 1.elan6'scollect-inek, welche der gelehrte Hcarne herausgab.Noch heute behauptet die Anstalt ihren alten Ruhm,dies beweiset die Orford-Bibel von 1807, 2 Bandein 3. Eine neue großartige Druckanstalt unter demNamcn „Duiversit.^-I'ress" ist 1830 im nordwest-lichen Theile der Stadt errichtet worden, deren erstegrößere Leistung „v-»-i-o>v's l'Iievlogic-il ^Voi-Ks,1830." 3 V»>. in 8. gewesen, und die bis auf denheutigen Tag, besonders was Corrccthcit anbelangt,mit den schönsten Werken der Londoner Presse kühnin die Schranken treten kann.
St. Alb«»,», s,
1480,
kleine auf der Stelle des alten Vernlamium erbauteStadt, hat nebst Westminster und Orford zuerstin seiner von König Offa begründeten prachtvollenAbtei die typographische Kunst gepflegt. Man kenntsechs Werke ans dem 15. Jahrhunderte, derenDrucker sich aber nie mit seinem Namen, sondernnur als „Schulmeister von St. Alban" bezeichnet.Nach dem Jahre 1486 trat eine fast 50jährige Pauseein, bis John Hertford 1534 die schlummernde
Thätigkeit der Klostcrpressc wieder ins Leben rief;allein nach wenigen Leistungen wurde letztere mit demgeistlichen Stifte von König Heinrich VIII. , der dieReformation annahm, aufgehoben und der Druckergenöthigt, seinen Wohnsitz in London zu nehmen.Was späterhin an diesem Orte in typographischerHinsicht geleistet worden, ist ohne Bedeutung.
Cambridge.
15 11.
John Siberch , Freund des Erasmus von Rot-terdam, errichtete hier mit des Letztern Hülse 1521die erste Presse. Ihm folgten: Thomas Thomas,John Legate, Chantrell Lcgge, Thomas Bnck und
! Noger Daniell, John Ficld, John Haycs, EdwardHall, Cornelius Crownsield, Joseph Bentham , JohnArchdeacon, Burgcß, Richard Watts, Smith n. A.als Universitätsbuchdrncker.
Mit dem Beginne des sechszehnten Jahrhundertsverbreitete sich die Kunst nicht so schnell, wie inDeutschland, Frankreich, Italien und den Nieder-landen über alle Theile des Reichs. Uork 1509,dessen erster Typograph Hugo Goes war, welcherauch zu Beverley druckte; Southwarl 1514durch Peter von Trier (<l<- l>>-ves); Tavistock1525 durch Thomas Rychard, einen Mönch desgleichnamigen berühmten Klosters, wo die angel-
i sächsische Sprache bis zur Reformation wissenschaft-lich gelehrt und betrieben wurde; Jpswich 1538,wo Cardiual Wvlsey durch John Oöweu eine Werk-statt einrichten ließ, in der später auch John Overtonund Anthony Scoloker arbeiteten; Winccstcr1545; Worcester 1548, wo John Oswen sich von,Vpswich hingewendet hatte; Canterbury 1549;Greenwich 1564; Glouccster, Norwich,Bristol, Hull, Liverpool, Manchester ,Fawcley, Warrington, Coventry , New-castle - upon - Tinc, Nochester und Bir-mingham waren diejenigen Städte, in denen nebstden obengcnauuten die Kunst am frühesten heimischward. An letzterem Orte hat der Vater der neu-englischen veredelten Typographie, Baskervillc, wieschon weiter oben gezeigt worden, dnrch verfeinertenTypenschnitt eine ncne Schule begründet, die in allenLändern Verehrer und Nachahmer fand.
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