331
ineist nur auf Gegenstaude der Staatsverwaltung.Nicht einmal Andachtsbücher wurden hier gedruckt,iudem das Kloster Escurial in Spanien für sichallein dies ausschließende Privilegium besaß. DasDruckhauS stand in der Hauptstadt gleiches NamcuSneben der Kathedrale, in welcher die Gebeine desgroßen Entdeckers Christoph Coluiubus bis 1796ruheteu. Gegenwärtig sind sie in der Havannah.In spaterer Zeit errichteten die Franzosen auch zuPort au Priuce (um 1740), zu Cap Fran-9ais 1791 und zu Cayes Druckereien, derenThätigkeit gegenwärtig ziemlich lebhaft ist.
Kingston, Hauptstadt auf der Insel Jci-maica, übt die Kunst seit 1720. Bridgetown auf Barbados , wo David Harrcy aus Phila-delphia 1730 die erste Presse errichtete. Basse-terre, Hauptstadt auf der Insel Christoph, von
den Briten St. Kitts genannt, 1747. SanJago de la Vcga, ans dem gleichen Eilande,seit 1756. St. John oder St. John's Town,Hauptstadt der Insel Antigua, erhielt durch Ben-jamin Mccom eine Presse behufs des Druckeseiner Zeitschrift 1748. Christianstadt ans derInsel St. Croir 1770. Montcgo Bay, Stadtauf der Nordküste von Jamaim, 1775. In St.George, auf der Insel gleiches Namens, dergrößten ans der BermudaSgruppe oder der Som-merinseln, wurde die Kunst durch S. Stockvaleim Jahre 178Z eingeführt, in dem nämlichenJahre auch zu Nassau auf dem Eilande New-Providencc, aus der Gruppe der Bahamainseln.Havannah, Hauptstadt der Insel Cuba , imJahre 1737. St. Pierre, im Westen des Ei-landeS Martinique 1808.
N 0 rd a
in der Geschichte der Typo-(^>^^ graphie auf der zweiten Erdhalbkugel, istder Umstand, daß hier die Kunst nicht von derReligion nnd Moral, sondern von der Politik undNationalindustrie auSgiug uud die früheste» Wie-gendrucke nicht, wie fast in allen andern Ländern,AnSzüge aus der Bibel und theologische Abhand-lungen, sondern politische Zeitblätter und StaatS-schristen ausmachen.
16 3 9,
nimmt die Ehre der Einführung der Buchdruckcrkunstvor allen andern Staaten Nordamerika's in An-spruch. Die ersten britischen Ansiedler dieses Frei-staats in Neuengland kamen 1628 in Salem , späterCharlcstown genannt, an und gründeten uuter demGouverneurWenthrop 1631 dieStadt Cambridge .Bildung der Jugend war ihr Hauptaugenmerk und
m e r i K a.
Errichtung von Schulen und Buchdruckerkunst alsdas beste Mittel zur Erreichung dieses Zweckes aner-kannt. Als Vater der nordamcrikanischen Pressekann Jesse (Joseph) Glover, ein frommer Prediger,angesehen werden. Er nahm den Druckapparat vonEngland mit, starb aber wahrend der Ucberfahrtauf der See. Dessen Wittwe gründete 1638 zuCambridge die erste Werkstatt. Da Boston , nurdurch den Karlsfluß von diesem frühesten Niederlas-sungSpuukt getrennt, bald mehr Ansiedler zählte, sowurde auch die Presse hierher verlegt und John Daynübernahm von 1639-1649 die Leitung derselben.
Das erste in Amerika gedruckte Buch war „l'IieI?i-sem!ln's 0»tl>" von 1639, welchem sehr bald„^11 ^IinilNlielc, e»>enlute<l lor I^e>v Ln^Iilnil, ti^
?iei-ce, mariner 1639" uud „ l'»« l'sübn» inNetrs" etc. 1640 folgten. Diese Bücher zeigen großeUnvollkommcnheit im Satze. Dayn'S Nachfolger warsein früherer Gehülfe, Samuel Grccn von 1649