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prämie», welche die Silberwährung dem indischen Getreide-bauer verschafft und welche ihm gestattet, sein Getreide billigerauf den Markt zu liefern; und daher überall unausrottbardie Ueberzeugung, dafs unsere Landwirthschaft durchdie Währungsverhältnisse ruinirt werden müsse. Davon,dafs dieselben Währungsverhältnisse, wie den gesammtenwirtschaftlichen Aufschwung Indiens, so auch die beistabilem Goldkurs der Rupie sicher in ganz anderemMafse bewirkte Verbesserung der Verkehrsmittel ineiner für Indien unerträglichen Weise verzögern, dafsdieselben Währungsverhältnisse es der indischen Re-gierung kaum ermöglichen, die als durchaus notwendiganerkannten Eisenbahnbauten in dem gelängst denk-baren Umfange zu beginnen; davon, dafs auch hier der«Einfuhrzoll für Kapital» die Exportprämie für Getreidenicht nur aufhebt, sondern sogar stark überwiegt, da-von redet man einfach nicht.
Nein! Wenn überhaupt die Währungsverhältnisse auf dieGestaltung der landwirtschaftlichen Produktion einen erheblichenEinflufs ausgeübt haben, dann kann es nur der sein, dafs sie denAufschwung der indischen landwirtschaftlichen Produktion undGetreideausfuhr, welcher eine historische Notwendigkeit war undist, in einer für die europäische Landwirtschaft aufserordentliehwohltätigen Weise verzögert haben; und deshalb darf derdeutsche Landwirth die von ihm vielgeschmähten Wäh-rungsverhältnisse glücklich preisen.
Es kommt zu den geschilderten Verhältnissen hinzu, dafs auchdie Ozeandampfer ihre Frachtsätze erheblich herabgesetzt haben.So teilte Herr Bankdirektor Biising in der Silberkommissionmit, dafs der Transport des Weizens aus dem Innern Nord-amerikas nach England heute um 22 Mk. pro Quarter billigermöglich ist, als vor zwanzig Jahren. Der Durchschnittspreis desQuarters in den siebziger Jahren war 54 Mark! Und dabeisucht man nach Gründen für das Sinken des Getreidepreises! —
Hier liegt der Grund für den Preisrückgang der landwirt-schaftlichen Produkte, hier der Grund für die gesunkenen Rein-erträge, in dieser mächtigen Konkurrenz der durch neue Ver-kehrsmittel dem Anbau erschlossenen Flächen jungfräulichenBodens, in dieser Riesenentwickelung, gegen die das bifschen