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Gegen den Währungs-Umsturz / von Karl Helfferich. Mit einem Vorw. von L. Bamberger
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Entwickelung der Htilfsquellen des Landes absolut nothwendigsind.

Beachten Sie folgende klare Darlegung dieses Punktes:

«Die Gesamratmeilenlänge der Eisenbahnen in Indien beträgtnur i6996Meilen, wobei noch zu beachten ist, dafs viele dieser Bahn-linien nur strategischen Zwecken dienen: die englischen Geschäfts-leute und die am besten mit den Bedürfnissen Indiens vertrautenHerren haben daher seit Jahren ihre Stimme sehr laut für eineAusdehnung des Eisenbahnnetzes erhoben. Aber die indischeRegierung hat, obschon die aufeinanderfolgenden Statthalter dasBediirfnifs vollständig anerkannten, gleichwohl dieses Werk nurin dem gelängst denkbaren Umfang beginnen können.

Die Erklärung hierfür ist eine sehr einfache. Es ist so ge-kommen, weil die indische Regierung die Kosten der Anlagendurch Goldanleihen zu decken hat, die Zinsen solcher Schuldenin Gold gezahlt werden müssen, und andererseits die indischenStaatseinnahmen in Silber erhoben werden.» (What is the Birne-tallic Question. London , Manchester 1892.)»

In demselben Werkchen ist ein Artikel der Times vom8. März 1892 zitirt, in welchem es heifst:

«In Wahrheit wartet die Entwickelung des Eisenbahnwesenswie die Entwickelung jedes anderen Zweiges von Unterneh-mungen in Indien auf die Regulirung der Zukunft der Rupie inirgend einer Form.» Und der Erzbischof selbst fügt die Bemer-kung hinzu:

«Jede Meile Eisenbahn, die in Indien fertig gestellt wird, er-leichtert den Export des Landes. . . .»

Hier spricht also ein überzeugter Bimetallist rück-haltslos aus, wie sehr der Aufschwung und der ExportIndiens durch, die Währungsverhältnisse hintan gehaltenworden ist. Allerdings, er betrachtet diesen Umstand nur vomindischen Standpunkt, er beklagt es tief, «dafs die Währungs-verschiedenheit Indien nur langsam und zögernd zur Entwicke-lung seiner Hülfsquellen» kommen läfst. Für Indien ist daszweifellos ein grofser Mifsstand. Aber wie stellt sich die Sachefür uns Europäer, besonders für unseren deutschen Getreidebau?Was Indiens Nachtheil ist, das bedeutet in diesem Fallunseren Nutzen. Aber die bimetailistischen Agitatoren fanati-siren den deutschen Getreidebauer immer nur mit der «Export-