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Gegen den Währungs-Umsturz / von Karl Helfferich. Mit einem Vorw. von L. Bamberger
Entstehung
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wenn die Gesetzgebung alle bestehenden Schulden umeinen gewissen Prozentsatz herabsetzt, oder wenn derStaat aus den Mitteln der Gesammtheit einen gewissenProzentsatz aller Schulden bezahlt. Dann bleiben wirwenigstens von all den schlimmen Rückwirkungen, welcheeine Geldverschlechterung, wie unten gezeigt werden wird, ins-besondere auf den Arbeitslohn ausübt, verschont.

Wenn man eine solche Schuldentlastung aber nicht be-zweckt, dann kann nicht genug gewarnt werden vor einer Mafs-regel, welche in agrarischen Kreisen nur aussichtslose Hoff-nungen erregen, deren Enttäuschung einen fürchterlichenRückschlag erzeugen würde, und welche überdies von den un-berechenbarsten Folgen für unser ganzes Wirthschafts-leben begleitet sein miifste.

Zu entwickeln, ob und wie die deutsche Landwirthschaft inglimpflicher Weise durch die jetzige Krisis geleitet werden kann,ist nicht meine Aufgabe. Was noth thut, hat von der Goltzin seinem mehrfach angezogenen Werke vortrefflich dargestellt.Aber unter seinen Mitteln findet sich der B imetallismus nicht.

3. Ich komme zum dritten Punkte, ln allgemein wirth-schaftlicher Beziehung schreibt man der Goldwährung einegesteigerte Kaufkraft des Goldes, ein tiefes Fallen allerWaarenpreise und eine dauernde Depression der ganzenVolkswirthschaft zur Fast. Diese Thatsachen würden natür-lich alle Erwerbszweige, Fandwirthschaft und Industrie, in gleichemMafse treffen.

Die Bimetallisten nehmen die Goldvertheuerung als erwiesenan. Sie stützen sich dabei auf die Sauerbeckschen Tabellen,welche die Preisbewegung einer Reihe von Handelsartikeln ver-folgen, und im Durchschnitt einen erheblichen Rückgang derWaarenpreise konstatiren.

Es ist nicht zu leugnen, dafs die meisten Grofshandelsartikelerheblich im Preise gesunken sind. Aber fast für jeden einzelnenläfst sich ein Grund des Preisrückganges aufserhalb des Geld-metalles mit aller Bestimmtheit nachweisen. Für die landwirth-schaftlichen Produkte ist das oben bereits geschehen.

Für Roheisen, um ein Beispiel aus der gewerblichen Pro-duktion zu wählen, finden wir die folgenden Daten in den sta-tistischen Jahrbüchern für das Deutsche Reich: