.SG
lismus halte. Die Bimetallisten wollen und erwarten Preisstei-gerung. Diese würde eintreten, das gebe ich zu, denn der Bi-metallismus bezweckt Werthverringerung unseres Geldes.Daraus ergeben sich zwei Folgen, eine dauernde und eine vor-übergehende. Alle Schulden würden erleichtert. Daswäre für alle Schulden, besonders für die landwirthschaftlichenmit unkündbaren Hypotheken ein Vortheil —- auf Kosten derGläubiger, auch auf Kosten der vielen Sparkassengläubiger,die man gewifs nicht zu den «wirthschaftlich stärkeren»Klassen rechnen kann. Die vorübergehende Folge wäre:der Arbeitslohn — insbesondere der landwirtschaftliche,denn dieser ist am wenigsten bewegungsfähig — würde erst lang-sam der allgemeinen Preissteigerung der Waare folgen. Bisdieser Ausgleich sich vollzogen hat, ist der Unternehmer imStande, auf Kosten des nicht im gleichen Verhältnifsgestiegenen Arbeitslohns von den erhöhten Waaren-preisen zu profitiren. — Das wären die Folgen des Bime-tallismus: eine Schuldentlastung einerseits, und ein vor-übergehend gesteigerter Unternehmergewinn auf Kosten
des Arbeitslohnes andererseits.
Das ist des Pudels Kern! Hier stellen sich die Interessenschroff gegenüber. Hier ist der einzige Vortheil, welchensich die Grundbesitzer vor Allem von der Doppelwäh-
rung
versprechen können.
Blicken wir zurück. In den Währungsverhältnissenselbst lag niemals weniger Grund als jetzt, von derGoldwährung abzugehen. Vom wirthschaftlichen undsozialen Gesichtspunkte aus läfst sich hundert gegenund nicht eines für eine Aenderung der Währungs-politik Vorbringen.
Alle, welche sich nicht fanatisch in eine falscheTheorie verbohrt haben, können daher nur wünschen,dafs unsere Regierung auf dem bisherigen erspriefs-lichen Wege ihrer Münzpolitik zum Wohle des ganzen
deutschen Volkes unbeirrt und beharrlich weiterschr
•^0! I- MrtschöhsViwäli'''