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Die Zettelbank vor dem Reichstag : Versuch einer gemeinverständlichen Darstellung / Ludwig Bamberger
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entzogen bleibt, sondern die noch viel mißlichere, daß viele,von dem redlichen Bestreben fortgezogen, in die Erörterungmitcinzugrcifen, sich der Debatte in allen ihren Wendungenanschließen, ohne die in derselben geredete Sprache des Hand-werks anders als durch ein unklares, der öftcrn Wieder-holung der Stichworte abgewonnenes Errathen verstehengelernt zu haben.

Jeder, welcher einmal bemüht gewesen, sich in Ver-handlungen über eine Specialfragc sozusagen mitlaufendunterrichten zu wollen, kennt jenes höchst unbehagliche Ge-fühl, das im Moment der Entscheidung immer wieder insSchwanken gcräth, ob auch die unter der Hand gewonneneAuffassung der Voraussetzungen die gegenständlich zutreffendesei. Und wer sie nicht kennt, der ist noch übler berathen,weil er sich mit halbem Erkennen für vollkommen befriedigthält.

Dem Wunsche, solchen Misstünden vorzubeugen, ist diehier folgende kleine Abhandlung entsprungen. Ihre Absichtist vor allem, über die Stelle aufzuklären, welche die In-stitution einer Bank in unserm ganzen Culturleben einnimmt,deren durch das ganze Gemeinwesen sich erstreckende Bedeut-samkeit hervorzuheben. An diesen Nachweis reiht sich vonselbst die Beschreibung des Waltens und Wirkens der In-stitution an, der Dinge, auf die es bei ihrer Lcbensthätig-kcit am meisten ankommt, der Meinungsverschiedenheiten,welche darüber im Gange sind und deren Schlagwörter jetztin den Schranken erschallen werden. Eine Entscheidung mitJa und Nein fließt hier nur insofern ein, als sie aus denErläuterungen über die Natur der Sache von selbst erfließt.Im übrigen ist der Gesichtspunkt festgehalten, nicht Streit-