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Die Zettelbank vor dem Reichstag : Versuch einer gemeinverständlichen Darstellung / Ludwig Bamberger
Entstehung
Seite
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gewiß kommen wird, weil es die öffentliche Meinung so will,deren Kapital zugleich erhöht werden. Sagen wir um 10 Mil-lionen, was gewiß der Gcbietsausdchnnng ihres Wirkungs-kreises mehr als entspräche. Die Bank auf welche Weisehin auch sie diese Vermehrung bewerkstelligt wird inUebereinstimmung mit dein üblichen, ja unvermeidlichen Ge-schäftsgang diese 10 Millionen in verschiedenen Raten,sagen wir in fünf von je 2 Millionen, ausrufen. DieEinzahlung der ersten 2 Millionen möge im grobengenommen etwa so vor sich gehen, daß eine halbe Millionin baarcm Geld, eine andere halbe durch Ueberschreibungvon Privatguthaben im Buchverkehr (Giro), die zweite Millionin der Bank eigenen Noten cinbezahlt wird.

Am Tage nach der ersten Einzahlung ist also der Effectder, daß die Activen (durch den Baarbestand) sich um einehalbe Million vermehrt, die Passiven sich durch Verminderungder Buchschuldcn und der ausgegebenen Noten um anderthalbMillionen vermindert haben. Nun hat im Laufe des Jahres1873 der Notenumlauf der Bank allein geschwankt zwischen258 Millionen Thlrn. als niedrigstem, und 342 Millionenals höchstem, gleich einem Abstand von 84 Millionen, d. h. derdurch den bloßen Geschäftsgang hervorgerufene Abstand desBanknotenumlaufs ist 84 mal größer gewesen, als der nachunserer sehr plausibcln Annahme durch obige Einzahlungverursachte wäre! Das Gleiche ließe sich an den Zifferndes Baarbestandes, das Gleiche an denen des Giroverkehrsnachweisen. Der Stand der Passiven aus den Guthaben inlaufender Rechnung sprang in einer einzigen Woche des letztenJahres um 60 Millionen um!

Also was hier durch eine Kapitalvermehrung erzielt