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Die bäuerlichen Verhältnisse im Elsass : durch Schilderung dreier Dörfer / erläutert von A. Hertzog
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I. ABSCHNITT.

wo die freie Bewirthschaftung der Güter dringend gebotenist, ein sehr grosser Schaden für den Bauer, indem es ihmzugleich auch die Productionskosten fühlbar vermehrt. LeichteVerkehrsmittel sind in unsern Tagen eines so raschen Lebensund Verkehrs notlnvendig; unzugängliche Ortschaften müssennothwendig wirtschaftlich, sozial und physisch Zurückbleiben;auch dies zu bestätigen gaben uns unsere Ausflüge reichlichGelegenheit. In solchen Gegenden findet man oft nicht Ge-legenheit zur Befriedigung der anspruchslosesten Bedürfnisseund Anforderungen an das Leben.

Auch in dieser Beziehung betritt Ober-Spechbach rühm-lich den Pfad des Fortschritts, indem neue Feldwegeeröffnet und die bestehenden Wege verbessert werden, wieschon angedeutet, durch Vermittlung eines Syndikats.

Hier glauben wir sagen zu müssen, dass eine Gewann-regulirung um nicht Güterzusammenlegung vorzuschlagen sehr wohlthuend einwirken würde.

Die Kleinheit der Gemarkung bringt es natürlich mitsich, dass die Parzellirung oft eine sehr weitgehende ist, undwill man dann jeder Parzelle, wie es sein sollte, einen Zu-gang verschaffen, so nimmt das Wegareal zu viel Boden inAnspruch auf Kosten der Anbauflächen. Es wäre auf jedemGewanne wenigstens die Möglichkeit vorhanden, die Parzellenzweckmässiger zu legen. Hierzu fehlen aber in unsermLande die nöthigen Gesetze; es wäre erwünscht, dass diesemGrundübel auf dem Wege der Gesetzgebung abgeholfenwürde.

Wenn wir im Kreise Erstein überall sehr sorgfältig ein-gerichtete Düngerstätten sehen werden, so können wir das-selbe von dem Sundgau, von verschiedenen Gemeinden, indenen wir uns aufhielten, nicht sagen.

Man sieht hier oben die Gülle reichlich in der Rinnefortfliessen, ja sogar eine Abflusseinrichtung irgendwo unterdem Düngerhaufen angebracht, um die Jauche bei eintretenderUeberfüllung des Behälters abfliessen zu lassen.

Aber diesen Mangel fanden wir am meisten in Ort-schaften , die auch sonst in Allem ein Zurückbleiben gegenihre Nachbarn an den Tag legten.